Deep Dive Classic: Leistung — Druck oder Segen? | Franziska van Almsick
Shownotes
Wir sind mitten in unserer Sommerpause und teilen mit euch bis September unsere Deep Dive Classic Folgen, Gespräche aus den letzten Jahren, die uns bis heute nicht loslassen.
Diesmal geht's zurück zu Folge #32 mit Franziska van Almsick zum Thema "Leistung: Druck oder Segen". Lea und Verena sprechen mit ihr über Leistungsdruck, Bewertung, den eigenen Wert, dickes Fell und übers Verlieren. Es geht um Fragen wie: Seit wann ist es nicht mehr okay, für eine Sache zu brennen? Wer sollte eigentlich dein Herausforderer sein? Und worum geht es bei Erfolg wirklich?
Eine Folge, die es sich lohnt, auch ein zweites Mal anzuhören.
Aus dieser Folge:
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Transkript anzeigen
00:00:06:
00:00:07: In der heutigen Klassikfolge hören wir noch einmal in unsere Folge.
00:00:11: Und zwar in das Gespräch mit Franziska von Allem Sieg zum Thema Leistung, Druck oder Segen.
00:00:17: und das Tolle ist Franzi kann einfach unfassbar authentisch pragmatisch sprechen, sodass man da wirklich viel mitnehmen kann und alles versteht.
00:00:28: Und es ist so nahbar!
00:00:30: Und sie spricht da so offen über Bewertung, über den eigenen Wert, was heißt das ein dickes Fell zu haben?
00:00:37: Wie fühlt sich an zu verlieren?
00:00:39: Und wie fühlt es sich an gewinnen, sodas dieses Gespräch uns nachhaltig bewegt
00:00:43: hat?!
00:00:44: Ja, und sie ist und bleibt eine große Ikone.
00:00:47: Das heißt nicht nur dieses Gespräch, es empfehlenswert auch die Dokumentation, die über sie in der Zwischenzeit rausgekommen ist, müsst ihr euch ansehen!
00:00:54: Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Hören!
00:01:01: Liebe Franzi, herzlich willkommen bei Fast and Curious.
00:01:05: Vielen Dank dass ich da sein darf!
00:01:09: Wir freuen uns so sehr.
00:01:10: Franzi.
00:01:11: wir sind natürlich absolute Fangirls und du bist ein unfassbares Vorbild.
00:01:16: warst es früher schon und bist das immer noch?
00:01:18: Und deswegen wenn ich nur
00:01:19: eine Frage
00:01:20: hätte Franzi deswegen muss ich dich jetzt sofort am Anfang stellen wenn nicht nur
00:01:23: eine frage
00:01:23: hätte die ich dir stellen dürfte eigentlich haben wir mehr dann ist Gerade wir reden ja heute über Leistungsdruck, Fluch oder Segen.
00:01:31: Also Überleistung auch generell und den Anspruch an sich selber.
00:01:34: Und jetzt bist du auch Mama und Verena und ich ja auch.
00:01:37: Wir hatten letztens über diesen Film geredet King Richard Wo sozusagen klar wird dass Serena Williams und Venus Williams auch richtig Gas gegeben haben um da zu stehen wo sie Heute sind.
00:01:49: und mein Sohn sagt nach diesem film Sag mal Mama, also für Serena und Venus ist es auch dann nicht so schlimm wenn sie nur Zweite werden oder?
00:01:58: Oder wenn Sie verlieren.
00:02:00: Und ich wirklich in dem Moment dachte ich um Gottes Willen what have I done?
00:02:06: Weißt du, dachte doch Schatz das ist für die furchtbar!
00:02:10: Und dann dachte ich so oh Gott was haben wir unseren Kindern oder ich jetzt speziell den Kindern beigebracht?
00:02:14: über's Verlieren Das heißt Du bist Selbstmutter.
00:02:17: Was bringst Du deinen Kindern bei übers Verliern?
00:02:20: Ja, das ist echt ein zweischneidiges Schwert.
00:02:24: Gerade heutzutage war es wahnsinnig schwer geworden.
00:02:26: Verlangt man zu viel und gibt mir zuviel Gas?
00:02:28: Und will man so viel, dann heißt es irgendwie, man übt zu viel Druck aus.
00:02:32: tatsächlich aber also mir würde nie über die Lippen kommen du, dass es nicht schlimm wäre wenn's nicht gut läuft und wenn du letzter wirst.
00:02:39: Also den Satz versuche ich zu meiden in meinem Repertoire sollte er mir doch auf der Zunge liegen Dann schlucke ich ihn runter weil das geht gar nicht.
00:02:47: Ich glaube es ist echt schwierig, gerade bei seinen eigenen Kindern.
00:02:51: Also ich bin anderen Kindern zum Beispiel gegenüber viel taffer.
00:02:54: also ich würde von andern mehr verlangen als von meinen eigenen Kindern.
00:02:59: komischerweise weil man ja doch so ein bisschen... Ich glaube bei mir hängt das aber drin dass ich noch eine Vergangenheit habe und meine Kinder mittlerweile schon wissen auch was ich irgendwie gerobt habe und da sind dann Vergleiche immer ein bisschen blöd.
00:03:12: Ich versuche mich aus der Nummer eigentlich so ein bisschen rauszuziehen, weil sie eh wissen was ich geleistet habe.
00:03:17: jetzt.
00:03:17: Der größere, mein älterer ist fünfzehn, der wahrscheinlich noch mehr als mein kleiner aber die wissen, was ich mal geleistete und dementsprechend...
00:03:25: Willst du den nicht so einen Druck machen?
00:03:26: Will ich den nicht drückmachen!
00:03:27: Aber den machen Sie sich glaube ich auch selbst.
00:03:30: also ich glaube das schlimmste was man eigentlich haben kann erfolgreicher Eltern.
00:03:34: Also immer, das ist ja eigentlich toll!
00:03:36: Ja es ist eine tolle Vorbildfunktion die man hat aber für die Kinder selbst ist natürlich ätzend weil immer alles super läuft und wenn die Eltern erfolgreich sind dann muss man sich etwas einfallen lassen.
00:03:47: Das ist ja interessant weil man ist gefangen genau zwischen diesen zwei Dingen.
00:03:51: Einerseits sagst du nein Schatz ist alles gut willst nicht zu viel Druck machen weil du denkst ich bin ja eh schon sozusagen etwas an dem man sich dann so abarbeiten kann haben wir natürlich auch irgendwie alle einen krassen Antrieb.
00:04:04: Das denke ich manchmal leer und ich kriege so oft das Feedback, wie viel arbeitet ihr denn?
00:04:10: Und dann ist nicht irgendwann mal gut!
00:04:13: Wir werden wahrscheinlich als die krassesten Burnout-Kandidatin gehandelt.
00:04:17: Dann denk' ich so... Warum ist es eigentlich nicht mehr okay, soviel für einfach eine Sache zu brennen und zu arbeiten weil man sie einfach so gerne macht?
00:04:26: Du warst ja nun wahrscheinlich
00:04:28: was?!
00:04:28: Wie viele Stunden am Tag im Becken?
00:04:30: Ach Gott, sieben Stunden am Tag habe ich Sport gemacht.
00:04:34: Richtig in meiner Profi-Karriere also zu Hochzeiten und davon war ich tatsächlich fünf im Wasser.
00:04:38: das hat wahrscheinlich irgendwie da ist Ausschlag geben dass sich heute das Wassermeide und heute gar nicht mehr einspringe.
00:04:44: Also wenn der große Zähmwasser landet dann ist auch gut.
00:04:46: also muss schon viel passieren bevor ich mal reinspringe.
00:04:49: Hast keinen Bock mehr auf Nasserhaare?
00:04:50: Genau, Nasser Haare geht irgendwie so gar nicht.
00:04:53: aber es Tatsächlich irgendwie so, das stimmt schon.
00:04:57: So dieser Leistungsgedanke und der Gedanke sich selber zu fordern und vor allen Dingen auch Gewinn zu wollen ist ein bisschen in den Hintergrund getreten wobei ich jetzt gerade überlegt habe und dachte Ich glaube auch so einen großen Unterschied zum Beispiel zu meinen Gegnerinnen früher war dass ich immer an mir selbst gearbeitet habe.
00:05:15: also Das ist mir aufgefallen auch während meiner sportlichen Karriere.
00:05:19: ich hab nie gegen die sieben restlichen Schwimmer in meinem Finale gekämpft oder bin gegen sie geschwommen, sondern ich bin immer gegen mich selbst geschwomben.
00:05:29: Ich wollte immer besser sein als ich selbst.
00:05:31: also das war eigentlich mein Antrieb und manchmal vermisse ich das zum Beispiel bei unseren Kindern dass es immer der Blick nach rechts und links ist und dann heißt es naja Ich habe jetzt eine zwei bekommen, Mathe-Test.
00:05:41: Aber der Rest der Klasse war auch nicht so schlecht.
00:05:43: Also die Zwei war jetzt die beste Note und dann steh ich natürlich da und sage du gibst dich jetzt zufrieden weil deine Kumpels auch ne zwei oder ne drei hatten?
00:05:51: Ich sag das doch nicht.
00:05:52: Also meine Deinen Anspruch sollte eigentlich sein besser zu sein und besser vielleicht zu sein als beim letzten Mal.
00:05:57: Ich glaube dass ist wirklich dieses Messen, dieses Gegeneinander messen is im Zweifel einfach der falsche Weg.
00:06:03: also Leistung zu erbringen aber immer bei sich selbst anzufangen Und dann kann auch niemand bemessen, ob man ein Burnout-Kandidat ist oder nicht.
00:06:14: Also wir haben uns jetzt kennengelernt und ihr zwei explodiert vor Energie.
00:06:20: Ich kann allen da draußen nur sagen, ein Burn out ist dann noch ein weiter Ferner.
00:06:24: Bevor die beiden einen Burn Out kriegen, kriege ich wahrscheinlich einen Burn out.
00:06:27: Vom
00:06:27: Zugucken ja!
00:06:28: Nur vom Zugucken.
00:06:29: also.
00:06:31: deswegen glaube ich es geht immer um einen selbst und ich glaube das ist nämlich... Das ist der Key dass wir vergessen haben, in so vielen Bereichen unseres Lebens auf uns selbst zu gucken und für uns selbst da zu sein.
00:06:44: Und bewusst das Leben zu leben.
00:06:46: und nicht immer ist es immer wichtig was haben die anderen an?
00:06:49: wie läuft's?
00:06:50: Wie läufts bei denen?
00:06:50: Wir geben uns zufrieden wenn es bei den anderen Scheiße läuft dann brauchst du ja bei uns nicht bombe laufen!
00:06:55: Dann ist ja super schon gut genug.
00:06:58: Für mich ist super nicht genug.
00:07:00: Ich muss immer ein Ticken mehr machen, als ich eigentlich
00:07:02: kann.".
00:07:03: Total
00:07:04: spannend!
00:07:04: Und jetzt hast du eben schon gesagt – also wir haben über Kindheit gesprochen und das was du so geleistet hast – und jetzt bist du deinen ersten Weltrekord mit sechzehn geschwommen über Nacht zum deutschen Sport-Superstar geworden und hast ja aber trotzdem danach nicht aufgehört sondern weiter total Gas gegeben, Erfolge eingesammelt usw.
00:07:24: Das heißt wie ... Gehst du denn mit Erfolgen eigentlich um?
00:07:28: Ist der Erfolg für dich sozusagen?
00:07:31: hängst du dem lange nach, haltt er so richtig und du merkst, ich habe es geschafft oder ist das quasi so.
00:07:37: der erste Schritt schon wieder zum nächsten Ziel.
00:07:42: Also wahrscheinlich jetzt im Nachhinein mit vielen Jahren Abstand denke ich manchmal hätte ich den Erfolg besser auskosten sollen oder können weil ich dafür nicht der Typ bin und das bin ich bis heute nicht.
00:07:55: Also wenn ich heute was sensationell mache, dann freue mich spätestens bis ich ins Bett gehe und morgen fängt ein neuer Tag an.
00:08:02: Und dann geht das Rennen irgendwie von vorne los.
00:08:05: Das ist so manchmal ins eigene Knie schießen ja?
00:08:07: So.
00:08:07: also ich wünschte ich wäre in der Beziehung ein bisschen anders.
00:08:10: Das bin ich aber nicht!
00:08:11: Dann bin ich auf der anderen Seite dankbar dass es so ist weil im Zweifel auch genau das ist... was dich jeden Tag wieder antreibt, weil sich Sulen am nächsten Morgen in seinem Bett und irgendwie sich einreden wie geil man ist.
00:08:23: Da kommt man halt auch nicht vorwärts und da verliert man sich selber glaube ich so ein bisschen aus der Hand.
00:08:30: Und deswegen war das bei mir tatsächlich so.
00:08:33: sämtliche Medaillen und es ist eigentlich eine ganz witzige Anekdote.
00:08:36: Mir fehlen bis heute irre viele Medaille und mir fehlen auch olympische Medaillon.
00:08:40: also ich habe mittlerweile ja oder was heißt mittlerweile?
00:08:43: Ich hab insgesamt zehn Stück Aber ich hab irgendwie nur noch sechs, also ich habe vier so verlegt oder so weggegeben.
00:08:51: Klingt wie Lea!
00:08:52: Ich hätte sie einfach verdüttelt
00:08:55: aber... Also ich weiß gar nicht wo die sind, das ist eben dieses etwas erreicht?
00:09:00: Doch das sind
00:09:00: wir Berliner!
00:09:01: Ihr
00:09:02: stellt das nicht so ins Schaufenster.
00:09:06: Das verstehe ich aber es ist spannend.
00:09:08: dieses kann man seine Erfolge feiern.
00:09:09: mir hat mein ehemaliger Chef gesagt Verena When you reach the top of the mountain, enjoy the view.
00:09:15: So nach dem Motto dann bleibst du erstmal auf diesem Plateau stehen guckst dich ein bisschen um genießt es.
00:09:20: und so während ich ja schon wieder auf den nächsten Berg weiterhäche Und das habe ich mir immer angehört dieses Feedback und da ist so Ich verstehe es konzeptionell aber hab' ich keine Zeit für.
00:09:31: Es bedeutet mir dann leider auch gar nicht so viel wie anderen.
00:09:34: Also wenn Leute dann sagen wow toll warst Du jetzt wieder so.
00:09:37: und das ist eigentlich schade weil Ich mach's zwar nicht für andere und trotzdem könnte man ja mal innehalten.
00:09:45: Das stimmt absolut, geb ich dir absolut recht das was ich gelernt habe aber auch viel später begriffen habe.
00:09:51: Nicht während meiner sportlichen Karriere sondern erst lange danach.
00:09:55: es geht auch nicht darum was wir erreichen.
00:09:57: Es geht nicht um diesen Ausblick weil denen haben wir uns auf Instagram wahrscheinlich schon hunderttausend Mal angeguckt.
00:10:02: Sondern...das was zählt ist dieser scheiß Weg dahin Und
00:10:06: das stimmt
00:10:07: Der Ausblick auf den Weg, der ist unbezahlbar.
00:10:09: Weil wenn du nach rechts guckst, ist er so und nach links ist der so.
00:10:13: Und man hat noch die Bergspitze irgendwie vor sich und dann hat man aber das Tal hinter sich.
00:10:18: Es ist immer der Weg, dass am Ende das Leben ausmacht was man am Ende erreicht.
00:10:25: Deswegen kann ich nur sagen es waren auch bei mir nie die Medaillen.
00:10:30: Natürlich habe mich wahnsinnig gefreut, dass ich mein Ziel erreicht habe.
00:10:34: Aber wenn du dieses Wort Erfolg auseinander nimmst, dann geht es nie um das was am Ende steht.
00:10:40: Weil das ist nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche ist das verpufft.
00:10:44: Sondern es geht um diesen Scheißweg bis dahin und der ist wichtig ob das gut läuft, ob das schlecht läuft, Ob man jetzt der erste ist oben auf dem Berg oder ob man nur der zehnte ist, ob's nur ein eigener persönlicher Erfolg ist oder ob's eben ein Erfolg ist weil man die erste Frau ist die auf dem bergsteht.
00:11:01: Es geht immer um den Weg.
00:11:02: Und das wissen viele nicht, weil viele nur das große sehen und nur das Ende sehen.
00:11:07: Deswegen kann man eigentlich nur allen mit auf den Weg geben, die Augen- und Ohren zu spitzen und das alles aufzunehmen... Das zu genießen?
00:11:15: ...und es zu geniessen?
00:11:16: ganz genau!
00:11:17: Dann kann man nämlich auch durchlaufen so wie Verena
00:11:20: oder...?
00:11:21: oder du früher, also du bist ja auch durchgelaufen wie du gesagt hast.
00:11:25: Ja sieben Stunden am Tag trainieren ist ja unfassbar und wahrscheinlich bist du da auch abends nicht so viel ausgegangen und warst nicht auf der Wiesen feiern und hast irgendwie nicht am Wochenende rumgelegen sondern wahrscheinlich auch noch trainiert.
00:11:38: und das ist ja schon wenn wir jetzt über diesen Weg reden.
00:11:42: viele geben ja auf dem Weg auch auf oder werden sehr unsicher oder bleiben stehen oder hadern mit sich weil sag ich mal, die soziale Bewertung so scharf ist.
00:11:53: Also jemand der so... Ich will mal in Anführungszeichen sagen besessen oder beseelt es von einem Ziel auf diesen Berg hochzukommen zum Beispiel, der oder die verhält sich halt anders als andere.
00:12:06: deswegen gibt's auch so wenige, die das tun.
00:12:08: Wie schwer war das für dich quasi auf deinem Weg dir trotz bleiben?
00:12:13: Oder den auch weiter zu gehen ohne Immer zu denken, was denken die anderen davon?
00:12:17: Ja jetzt war ich wieder nicht bei dem Geburtstag dabei oder sagt wieder nicht.
00:12:21: Ich trink gerade nicht weil ich bin im Training oder was auch immer.
00:12:24: Also es sind jetzt zwei Dinge auf die ich antworten will und bei der Frage das eine ist natürlich ich bin total.
00:12:30: ich bin Total crazy wenn ihr mich solche Sachen fragt.
00:12:33: ich bin gebürtige Berlinerin.
00:12:35: ich bin bis zu meinem ich glaube siebenundzwanzigsten Lebensjahr habe ich in dieser Stadt gelebt.
00:12:42: Restaurants kannte ich so ein bisschen, dieses Weggehen ins Kino gehen mit Freunden.
00:12:47: Also es gibt so wahnsinnig viele Dinge.
00:12:49: die hat mein Sohn jetzt mit fünfzehnt schon gemacht, die habe ich noch nie in meinem Leben gemacht.
00:12:53: Ich hab sie aber auch nie vermisst weil ich's nie gemacht habe.
00:12:59: und die Frage ist diese Abhängigkeit?
00:13:04: also ich finde diesen Satz... also ich bin nicht so'n Sprüchefreund weil ich immer irgendwie denkt, naja das ist immer leicht gesagt und Sprüche muss man auch verstehen.
00:13:14: Also es gibt viele Menschen die lieben Sprücher und die lesen sie aber ich glaube dass sie sie gar nicht verstehen.
00:13:18: Die leben sie nicht ja?
00:13:19: Ganz genau!
00:13:20: Und ich glaube man muss aufpassen, dass man sich viele Dinge nicht zu Herzen nimmt.
00:13:24: Ich meine es sagt das ja nicht so oft aber ihr wisst beide, dass ich der totale Insta-Cowod bin und überhaupt bis heute nicht durchsehe und auch relativ wenig mache.
00:13:33: Es tut mir für die Leute, die gerne mehr in Kontakt mit mir wären.
00:13:37: Tut's mir wahnsinnig leid aber ich kann das nicht und ich glaube, ich kann es deswegen nicht weil ich eben in meiner sportlichen Karriere viel einstecken musste und eben viel bewertet wurde.
00:13:47: und ich habe mit Bewertung bis heute eigentlich ein großes Problem und kann damit ganz schlecht umgehen.
00:13:53: Das macht mich nicht schwach im Gegenteil, das macht mich stark.
00:13:57: was ich kann und was ich nicht kann.
00:13:59: Und wovon ich die Finger lasse, und wovorn ich nicht die Finger lasse
00:14:01: ist.".
00:14:02: Was die gut tut war es nicht?
00:14:03: Absolut!
00:14:04: Ich pause da ab und zu mal gerne etwas Dinge, die mir wichtig sind aber... Aber ich beantworte nie irgendwelche persönlichen Dinge weil ich nicht in Kontakt kommen will und weil ich mich persönlich nicht bewerten lassen will ob jetzt das T-Shirt irgendwie gut aussieht oder ob's jetzt eine Nummer so klein ist und ich doch bitte lieber ne L anziehen sollte oder was auch immer.
00:14:22: also Da bin ich nicht und viele denken ich hätte so ein dickes Fell, aber das habe ich überhaupt nicht.
00:14:27: Deswegen ist es schon schwierig, eben sich diesen Bewertung zu entziehen.
00:14:32: und da sind wir wieder bei dem was ich eingangs gesagt habe.
00:14:34: Wir sind in der heutigen Gesellschaft so dass wir immer nach rechts und links gucken, immer gucken wie machen's die anderen?
00:14:40: Wie sind die andern?
00:14:41: Wie benehmen sie sich?
00:14:42: Und ich hab hier älter.
00:14:44: Ich werde ein zunehmendes Problem damit wenn jemand kommt und sagt das macht man aber nicht.
00:14:49: Das sagt Man Aber Nicht.
00:14:50: So Ist man Aber Nicht!
00:14:52: So macht man Dinge Aber Nicht.
00:14:55: Wer sagt denn, dass man was nicht macht oder dass man Dinge nicht so angeht?
00:15:00: Oder dass man Dinge nicht mal anders probiert.
00:15:03: Wer ist derjenige, der eigentlich sagt wie es zu laufen hat?
00:15:06: und deswegen glaube ich ist einfach wichtig das man bei sich bleibt Dass man an sich arbeitet Denn immer wenn man sich selber perfektionieren will also eigentlich bin Ich ja vielleicht so bekloppt dass ich jeden tag irgendwie ich will jeden morgen den ich aufstehe Immer eine Nummer besser sein als ich gestern war.
00:15:23: Und vielleicht ist das dann total blöder Einstellung, aber es bringt mich dazu an mir zu arbeiten und ja auch zu gucken was habe ich falsch gemacht?
00:15:31: Was kann ich verändern?
00:15:32: Ich glaube dass das auch ganz wichtig ist gerade wenn man Erfolg sein will.
00:15:35: Total!
00:15:36: Und ganz genau und dann eben einfach aufpassen muss mit den Leuten die rechts und links sind.
00:15:41: Wem kann man vertrauen?
00:15:42: Es ist natürlich auch wichtig, dass man nicht alle Leute irgendwie wegschiebt sondern dass man auch weiß wo hört man hin.
00:15:48: Ja was ist was ist wichtig und was ist nicht wichtig?
00:15:50: Aber ich finde es interessant, was du sagst.
00:15:52: Ich habe gar nicht so ein dickes Fell weil man ja jetzt vermuten würde wenn man auf der Weltbühne in einen Schwimmbot springt oder wenn man wie Lea und ich sich auf... Social Media oder in einem Podcast oder so exposed, dass das generell nur Menschen sein können.
00:16:06: Die Kritik abkönnen die bei den Bewertungen rein rausgehen, die ein dickes Fell haben.
00:16:12: und ich kann für mich sprechen aber ich kann nicht für uns beide sprechen, dass es bei uns genauso ist.
00:16:15: wir nehmen uns Dinge so zu herzen die positiven wie die negativen Wir blühen auf bei positiven Feedback Und wir sind richtig traurig, wenn wir das Gefühl haben.
00:16:25: Wir werden angeschossen und jetzt nicht im Sinne von Kritik, Feedback, Reflexion sondern wenn man so denkt da neidet einem einer was oder so.
00:16:33: So und das wäre jetzt mal meine Frage in den Momenten wo du verloren hast oder Niederlagen eingesteckt hast.
00:16:40: Da warst Du ja im Spotlight der Öffentlichkeit Ja?
00:16:42: Das war ja nicht nach dem Motto Wenn ich Erfolg habe dann gehe ich daraus und wenn Ich mich nicht so gut fühle verkrieche ich mich Sondern dass passierte alles vor den Augen der Weltöffentlichkeit.
00:16:51: Wenn man nichts ein dickes Fell hat, wie steckt man das weg?
00:16:54: Wie vergisst man es auch wieder wenn man nächstes Mal wieder auf dem Startblock steht damit einen das nicht einholt.
00:16:59: Weil eigentlich brauchen wir ja die Menschen die Niederlagen einstecken und dann wieder rausgehen und weitermachen weil sonst hast du irgendwann nur noch die Freaks irgendwie an den extremen Rändern die das tun.
00:17:08: vor allen Dingen ist auch wichtig dass man das Leben is kein Ponyhof und das heißt es geht nicht immer vorwärts.
00:17:14: Wir haben alle in meiner.
00:17:15: manchmal sieht man die Niedalagen nicht Manchmal sieht man diese kleinen Rückschritte die man so hat Die sehen vielleicht nicht alle.
00:17:20: Aber jeder Schritt zurück bedeutet wieder, dass man vielleicht im Zweifel zwei Schritte weiter nach vorne marschiert.
00:17:27: und wenn man sich meine Karriere anguckt das war ja wirklich ich war ja nie so ein rundgelutschter Drops wo immer alles funktioniert hat sondern bei mir ging er eigentlich permanent immer irgendwas in die Hose und dann kam ich hinten...
00:17:38: Da kamst du wieder wie Phoenix Asche!
00:17:41: Und ich glaube das hat mich immer ausgemacht.
00:17:43: Ich bin ein wahnsinnig emotionaler Mensch Wünschte mir manchmal, ich könnte meine Emotionalität mal in Rationalität irgendwie umwandeln.
00:17:50: Aber ich bin emotional chaotisch was aber in meinem Sport oder meiner Karriere auch sehr wichtig war.
00:17:56: und wie geht man mit diesen Niederlagen um?
00:18:00: Ich glaube man versucht sich zu besinnen.
00:18:05: Man bleibt bei sich.
00:18:07: das habe ich aber auch erst lernen müssen.
00:18:09: also es war am Anfang schon schwierig zumal Ich sage mal, mit vierzehn, dass er erst einmal bei Olympischen Spielen war.
00:18:15: Mit sechszehnt bin ich mein ersten Weltrekord geschwommen.
00:18:17: Am Anfang lief irgendwie alles.
00:18:19: Dann gab es mal Einbrüche und dann haben alle gedacht, ich werde Olympiasiegerin.
00:18:22: Da bin ich doch nur zweiter geworden und habe mächtig auf die Nase bekommen dafür.
00:18:26: Dann hatte ich irgendwann natürlich menschlich das Gefühl, ich bin nur etwas wert wenn ich Erfolg habe.
00:18:33: Und manchmal ist ja heute auch so, wir reden so von Druck irgendwie also... Ich kann mir gar nicht leisten, auf die Straße zu treten und zehn Kilometer mehr zu haben.
00:18:41: Und einfach mal eine schlechte Zeit zu haben, weil man das Gefühl hat, man wird direkt beobachtet... Du musst funktionieren!
00:18:47: Genau, man muss so funktionieren.
00:18:49: Deswegen glaube ich es ist immer der Glaube an sich selbst, dass man bei sich bleibt und dass man einfach sagt, ich weiß, dass ich's besser kann.
00:18:58: Ich glaube was wichtig ist, dass Man sich selber auch Fehler erlauben kann.
00:19:02: Also ich habe so viele Freunde, für die sind Fehler dramatisch und das ist zum Beispiel etwas was ich meinen Kindern irre mitgebe.
00:19:08: Dass ich sage Leute hört zu ja Fehler machen finde ich super!
00:19:12: Ich freue mich über jeden Fehler den ihr macht.
00:19:14: bescheuert oder blödsayter wenn er den Fehler nochmal macht weil Fehler sind dafür da dass wir sie erkennen und dann sagen okay also war jetzt nicht so doller.
00:19:23: also probieren wir es noch mal und der Fehler passiert nicht nochmal.
00:19:26: und deswegen glaube ich ist es reflektiert sein sich mal zurücknehmen, einfach mal ein bisschen innehalten und weiter irgendwie daran glauben oder weiter sein Ziel verfolgen.
00:19:38: Weil darum geht es am Ende was man so für eine Vision von sich selbst hat.
00:19:41: Und wenn das eigene Ziel einfach nur ist ich will jeden Tag irgendwie eine gute Tat vollbringen oder ich will jeden Tag mindestens einmal lächeln dann hat man halt mal irgendwie drei Tage ne blöde Zeit und dann denkt man in den drei Tagen aber wieder kommen Ich will jeden tag mindestens Einmal lächeln und dann also auch das ist ja ein Ziel Und dann muss man einfach dranbleiben.
00:20:03: Ich bin auch kein Mensch, der sich gerne ausruht by the way.
00:20:06: Weil ich Angst habe, dass ich bleib liegen, irgendwie ausversehen.
00:20:10: Das ist so eine lustige Geschichte!
00:20:12: Ich hab noch nie im Handy auf diesen Schlummermodus gedrückt.
00:20:17: Ich habe Angst, dass in den Genuss kommen könnte und mir die Schlummer-Taste gefällt.
00:20:23: Wenn mein Bäcker klingelt, stehe ich auf... ...und ich würde nie Dinge tun Wo ich irgendwie denke, oh das wird dann schwierig.
00:20:32: Also möglicherweise als Schutz wirklich den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren.
00:20:38: Ich gehe gerne mal runter vom Gas und ich bleibe wahnsinnig gern mal stehen Und ich geh auch gern mal zwei Schritte zurück.
00:20:44: Aber so innehalten und anhalten und so wirklich alle Viere von sich lassen habe ich mir bis jetzt noch nie getraut.
00:20:52: Ich
00:20:53: glaube, da können wir beide sehr viel mit
00:20:54: anfangen.
00:20:57: Und ich schon doch so eine Snooze Person bin!
00:20:59: Nicht so eine Schlummerne aber schon so eine snoosige Arbeit im Bäcker.
00:21:03: Aber Franzi das eben gesagt und ich glaube da können ganz viele resonieren mit diesem Satz des Gefühl' ich bin nur etwas wert wenn ich Erfolg hab'.
00:21:11: Und jetzt hast du ja... anscheinend damals auch schon daran arbeiten müssen, weil du nicht immer nur erfolgreich warst.
00:21:18: Sondern genau wie du gesagt hast da auch Niederlagen einstecken musstest und das glaube ich jeder Sportler auch versteht dass es dazu gehört.
00:21:25: wir in der Wirtschaft verstehen das noch nicht ganz so aber die Sportler verstehen das weiß geht gar nicht ohne.
00:21:31: Aber Wie definierst Du denn heute für dich Erfolg?
00:21:34: Das ist eine gute Frage.
00:21:36: Es fällt mir tatsächlich manchmal schwer.
00:21:37: also wenn man mich heute fragt irgendwie was ist ein großer Unterschied zu damals oder auch zu dem Leben als Sportler.
00:21:43: Es fällt mir heute manchmal schwer, nicht mehr so einschätzbar zu sein.
00:21:48: Früher ging es in meinem Leben um Zeiten.
00:21:50: also bis heute habe ich das Ziel war klar und ich war messbar.
00:21:55: Ich war in jeder Sekunde messbar.
00:21:56: jetzt meine Mutter die sagt manchmal ist doch toll und wenn die Kinder dann ja so ein ich liebe dich ist doch schön da sage ich naja Aber ich liebe dich.
00:22:04: Ist auch schön, wenn man irgendwie nicht funktioniert als Mutter oder wenn das Essen mal nicht schmeckt weil man es verbrannt hat.
00:22:09: also meine da wären Ich liebe dich auch schön Das will ja nicht nur hören Wenn ich irgendwas geleistet habe.
00:22:14: Also heute ist der Erfolg in meinem Leben nicht mehr ganz so messbar gibt natürlich hier und da Projekte Ja Und dann rufen Leute durch die einen Rasten total aus und die anderen sagen Schöner Anfang Victor Berlin Da bin immer gespannt was kommt Und die anderen geben gar kein Feedback.
00:22:31: und dann steht man wieder so da und sagt, naja ist das jetzt eine coole Nummer, die ich da gerade mache oder eben nicht.
00:22:37: Ich glaube dass das so ein bisschen manchmal auch das Problem bei euch in der Wirtschaft ist ja, dass sich Erfolger abzeichnen, die man als Erfolge eigentlich noch gar nicht sehen kann weil ihm nicht die Kohle irgendwie fließt und weil das in Westnicht zurückkommt.
00:22:55: Und trotzdem sind es Erfolge zwischendrin.
00:22:57: Es sind Zwischenschritte, wo man weiß, dass das jetzt eigentlich ein Riesen-Step gemacht hat.
00:23:03: Den würden andere vielleicht nicht irgendwie hinkriegen.
00:23:05: aber da steht halt niemand mit der Uhr und ist es nicht messbar und dann gibt's auch keine Medaille.
00:23:09: Das ist was, was mir heute manchmal wirklich fehlt.
00:23:12: Dieses ganz klare... Ich muss nicht jemandem erzählen, dass gerade toll war, was ich gemacht habe.
00:23:19: ganz genau, sondern im Sport weiß es jemand.
00:23:21: Du schlägst an und dann bist du erst seit zwei oder dritter musst du nicht
00:23:24: diskutieren.".
00:23:25: Und so ein bisschen in der Wirtschaft ist das natürlich schwierig?
00:23:27: Es ist nicht ganz so messbar weil die eine Firma vielleicht ein Ticken erfolgreicher aber sie machen ganz unterschiedliche Sachen und ich glaube diese fehlende Messbarkeit ist im Zweifel dann doch schon schwierig
00:23:38: Total.
00:23:39: Und vor allen Dingen, weil auch in der Wirtschaft ja immer mehr diskutiert wird ist Erfolg eigentlich wirklich nur noch Zahlen also Umsatzgewinnen oder eben auch zwischenmenschliche Faktoren.
00:23:49: und da fällt mir eine Geschichte ein.
00:23:51: Da habe ich dir danach auch sofort einen Video geschickt, weil ich selber so überrascht war.
00:23:55: Ich saß bei der Teachers on Stage Konferenz hier in Berlin und plötzlich kommt ein Schulleiter auf die Bühne und bringt als Beispiel dein Trainer und dich.
00:24:04: Und zwar als Beispiel dafür dass wenn Menschen Verantwortung übernehmen, in dem Fall dein Trainer dann tragen sie die.
00:24:10: Auch wenn in dem fall seine Schwimmerin oder auf die Wirtschaft übertragen der Chef die Gründerin übernimmt die Verantwortung auch wenn ihre Mitarbeiterin mal versagt.
00:24:19: und diese Weichenfaktoren das du eben gut führst, dass Du Verantwortung übernimmst.
00:24:24: Die werden ja auch immer wichtiger und die sind noch weniger messbar.
00:24:27: und die Geschichte war eben nach einem Nach einer Niederlage bei dir.
00:24:31: er gefragt wurde deinen Trainer Norbert Warnitsch Was hat sie denn falsch gemacht?
00:24:36: Ja, also jetzt hat sie verloren und das war ja jetzt alles moaks.
00:24:40: Und was hat sie dann falsch gemacht?
00:24:41: und wollte eigentlich auch gar keine Antwort haben sondern war so nach dem Motto haben wir jetzt alle schon analysiert und er hat dann so ganz ruhig geantwortet Sie, also Franziska hat eigentlich falsch gemacht ich habe den Fehler gemacht.
00:24:53: Sie hat alles gemacht wie ich es ihr gesagt hab aber Ich habs ihr falsch gesagt!
00:24:58: Ich trage die Verantwortung für diese Niederlage.
00:25:02: Das hat mich so berührt, weil ich so denke wenn du das auf die Wirtschaft überträgst.
00:25:06: Dass eben nicht in dem Moment wo du Erfolg hast, stehst du als Chefchef im Gründeren vorne und in den Moment wo was schief geht schiebst du deinen Mitarbeiter nach vorne sondern du stehst vorne, du trägst die Verantwortung.
00:25:17: Und deswegen mal da reingefragt wie war das?
00:25:21: So jemanden zu haben?
00:25:22: und ist es normal im Sport denn in der Wirtschaft ist es noch nicht normal und wir arbeiten dran dass diese Beispiele mehr werden.
00:25:30: Ja, du hast natürlich absolut recht.
00:25:33: Ich glaube das ist zum Beispiel auch so ein Faktor in der Wirtschaft zu bemessen.
00:25:36: Wann ist eine Firma erfolgreich?
00:25:38: Und sagen wir mal wenn sich einer Firma mit ihren langjährigen Mitarbeiter hat, dass er schon einmal diesen Erfolg, der fällt nicht auf.
00:25:47: aber wenn Du irgendwo hinkommst und die Mitarbeiter sagen ich bin schon seit zwölf Jahren da, ich bin ja schon seit zehn Jahren da macht irgendwie einen anderen Eindruck als wenn du irgendwo reinkommest Haben die gerade alle erst seit drei, vier Wochen irgendwie dabei?
00:25:58: Also auch das ist ja ein gewisser Erfolg.
00:26:01: Total!
00:26:01: Weil das musste erstmal schaffen, die Mitarbeiter so an deine Firma zu binden.
00:26:05: Zu der Frage wie man selber damit... Du hast mir das geschickt und ich hatte dir ganz schnell geantwortet, ich habe Tränen in den Augen.
00:26:14: Ich bin Einzelsportlerin und bis heute Miserable Mannschaftssportlerin, ich darf es gar nicht so laut sagen.
00:26:23: Ich hoffe das dem Podcast irgendwie.
00:26:25: meine Jungs nie zu schnell
00:26:27: hören.
00:26:27: Mama ist kein Teamplayer-Jungs!
00:26:29: Habt ihr gehört?
00:26:30: Also für mich war immer wichtig dass ich das alles mit mir ausmachen kann und dass sich zum Beispiel auch diese Fehler die gemacht werden, dass ich die machen kann.
00:26:40: Und dass ich dafür gerade stehen kann.
00:26:43: Schon bei der Vorstellung, dass Lea liegen bleibt Und wir irgendwie fünf Minuten zu spät zur irgendeinem Termin kommen und der zu uns sagt, sorry aber wenn sie fünf Minuten früher gekommen werden.
00:26:55: Es würde mir schwer fallen leer zu verzeihen und zu sagen du solltest vielleicht am nächsten Mal mal ein bisschen zeitiger aufstehen.
00:27:00: also natürlich würde ich ihr verzahlen.
00:27:02: Aber es ist so In einem Team, aber wahrscheinlich bin ich so groß geworden und wahrscheinlich ist es das was mir ankommiert wurde.
00:27:09: Konntest
00:27:09: dich einfach auf dich selbst verlassen?
00:27:10: Und so war ich immer Einzelsportlerin und hab natürlich auch die Dinge mit mir selbst ausgemacht.
00:27:16: Es lag immer an mir und ich habe immer an mich gearbeitet.
00:27:19: da gab's überhaupt keinen Blick nach rechts und links.
00:27:22: Erst am Ende meiner Karriere ist mir wieder bewusst geworden dass das eigentlich gar nicht stimmt sondern Der Trainer dazugehört die Physios, die Familie.
00:27:31: Die Freunde, die ihr auch Rücksicht nehmen.
00:27:35: Also früher habe ich gedacht das ist ja ganz normal dass alle rücksichtnehmen und dass alle fein damit sind, dass sich nie da bin.
00:27:39: Und wenn ich dann mal sage Ich hätte jetzt am Mittwoch Zeit Dann haben aber auch bitte aller Mittwochszeit Schiebt sich bis heute.
00:27:46: also manchmal hab' ich so Anwandlungen Heute immer noch.
00:27:48: Aber das ist wahrscheinlich... Kommt keiner
00:27:49: mehr!
00:27:50: Aber heute kommt weniger.
00:27:55: Deswegen ist da ganz einfach die Antwort der Druck und wir sind ja beim Thema Druck.
00:28:02: Und wie geht man damit um?
00:28:03: Der ist natürlich auch viel einfacher zu verteilen, wenn es mehrere Schultern gibt und nicht zu vergleichen mit.
00:28:11: ich schieb da mal was ab.
00:28:12: also das zum Beispiel auch etwas, was ich bei Mannschaften manchmal so ein bisschen fragwürdig finde.
00:28:15: Also bist immer nicht so gut drauf und dann versteckste dich halt und dann gewinst du eine Medaille.
00:28:19: aber eigentlich war's dein schlechtestes Spiel, was du je gemacht hast.
00:28:24: wurde natürlich im Einzelsport entweder bis fit oder bist nicht fit.
00:28:27: Also wenn du nicht kannst, dann läuft
00:28:29: gar nichts.
00:28:30: Aber zu merken dass das echt auch Spaß macht Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und es macht auch mehr Spaß gemeinsam zu feiern als sich mit seiner Champagnerflasche irgendwie da Hause einzuschließen und die selber zu trinken.
00:28:45: also ich glaube das ist wirklich gut dass das alles so ein bisschen in die Richtung kommt sich wieder gegenseitig mehr zu vertrauen, sich gegenseitsich mehr mitzunehmen.
00:28:58: Eben nicht so wie es im Einzeltsport wichtig ist aber es gibt ja eben auch tolle Mannschaftssportarten sondern eben zusammenzuarbeiten und zu versuchen auch gemeinsam was Großes zu schaffen.
00:29:11: also das bewundere ich in der Wirtschaft das bewunder ich bei euch im übrigen sehr dass ihr ja Beide absolut dafür steht, dass er eigentlich alle mitnehmt.
00:29:19: Also ihr würdet wahrscheinlich noch mehr mitnehmen als überhaupt irgendwie reinpassen.
00:29:26: Wusstest
00:29:26: du schon voll?
00:29:26: Aber komm
00:29:27: aufs
00:29:28: Dach!
00:29:28: Leg dich auf's Dach, wenn es
00:29:30: genau so wird.
00:29:31: Genau so seid ihr und das ist toll und ich glaube auch ein Stück weit euer Erfolg.
00:29:39: Und das ist toll.
00:29:41: Wenn die Leute schlau sind dann gucken Sie sich an der einen oder anderen Stelle was ab.
00:29:45: Also die Nummer mit.
00:29:45: ich leg mich aufs Dach vom Bust, da bin ich raus.
00:29:48: Das mache ich nicht.
00:29:49: entweder fahre ich mit und kriege einen schönen Platz oder... Oder ihr
00:29:53: könnt es vergessen!
00:29:54: Aber apropos du fährst mit und bekommst einen schöner Platz.
00:29:57: Du hast hier mit einer der schönsten Plätze bei eurem neuen Herzensprojekt jetzt Ich sage bewusst Eures weil ich sozusagen mich da so als Schelieder an der Seite die ganze Zeit sehe.
00:30:07: aber Es ist einfach eine Gründung von Verena und Franzi.
00:30:10: du hast dich ja entschieden, da sogar in den Aufsichtsrat von FC Victoria Berlin zu gehen.
00:30:16: Und das ist ja jetzt genau mal ein Teamsport!
00:30:19: Es ist nicht ein Einzelsport, es geht um alle.
00:30:22: Da müssen viele mitgenommen werden.
00:30:24: Verena hat sich noch entschieden, sieben-achtzig Investorinnen auch noch mitzunehmen und aufs Dach des Buses zu parken.
00:30:29: also...
00:30:29: Die haben alle Sitzlässe, Entschuldigung.
00:30:34: Das heißt, da sind jetzt richtig viele dabei.
00:30:37: Jetzt gerade mit dem, was du eben gesagt hast.
00:30:39: Was hat dich denn überzeugt?
00:30:41: Dass du jetzt bei dieser neuen Herausforderung gesagt hast?
00:30:46: ich will dabei sein Ich will auch irgendwie nicht nur Botschafterin sein oder Gesicht sondern ich will wirklich Teil dessen sein.
00:30:53: Was hatte ich da so überzeugt?
00:30:55: also absolut ausschlaggebend schneller Antwort die Bewunderung für das was ihr macht und wie es gemacht hat in den letzten Jahren die Bewunderung für etwas, was mir fehlt.
00:31:07: Also ich muss ja auch sagen, ich bin jemand der Herausforderungen liebt und ich setze mich gerne mit mir selbst auseinander und ich liebe es an anderen Dinge festzustellen, die mir fehlen oder Dinge zu sehen, die ich nicht kann und Dinge zu sein, die anders sind als ich
00:31:24: bin.".
00:31:25: Und dieses Mitnehmen und dieses mit Simon.
00:31:27: Also ich hätte es wahrscheinlich alleine gemacht, wenn sie die Chance gaben.
00:31:36: Aber aber die Idee ist toll und das ist ein alle alle mit zunehmen und alle mit einzubinden und es anders anzupacken.
00:31:50: Ich habe ganz klar gesagt, ich bin eine absolute Einzelsportlerin.
00:31:53: Ich wäre eine miserable Mannschaftssportlerin was aber nicht heißt dass sich die Mannschafts-Sportler nicht bewundere und beneide dafür weil dieses Feiern danach und dieses Zusammenstehen und das was man hat in der Mannschaft Das hab' ich so nie gelernt und das hätte ich gerne gehabt also ich hätt's nicht gekonnt Aber ich hätte es gern irgendwie gehabt Und so sehe ich das eigentlich jetzt.
00:32:13: ja Es ist ein Projekt Was toll ist, was mir so wahrscheinlich nie über den Weg gelaufen wäre eben in dieser Massivität mit so vielen Leuten.
00:32:23: Mit so vielen Ideen und auch mit so viel Platz für Träume.
00:32:28: also ich bin auch... Ich habe es eingangs erwähnt!
00:32:32: Ich bin chaotisch, nicht organisiert.
00:32:35: Ich bin eine Träumerin.
00:32:37: Ich träume gerne.
00:32:38: Ich weiß nicht, was übermorgen passiert und das finde ich super weil ich lasse mich irgendwie überraschen.
00:32:44: Ich liebe, dass wenn Projekte so nach oben offen sind.
00:32:47: Ja?
00:32:47: Wenn es nicht heißt irgendwie.
00:32:48: also wir gehen jetzt den Weg und dann gucken wir mal und wenn man am Ziel ist, klatschen wir uns alle zu und dann gehen wir ein Trinken und dann war's das sondern... Das ist so alles.
00:32:59: Und Franzi, trotzdem hat die Aufgabe ja wieder das was du liebst und zwar die Messbarkeit.
00:33:03: Also hast hier jetzt etwas gefunden wo Du was Neues machst in der neuen Rolle, die Du so noch nie hattest?
00:33:08: Und trotzdem eine totale sportliche Messbarigkeit hattet wie Du sie früher gesucht hast.
00:33:12: Absolut!
00:33:13: Ist ja schon toll jetzt.
00:33:14: Ja absolut, das stimmt.
00:33:17: Auch in der Beziehung, ich glaube, ich wollte auch so ein bisschen mit Verantwortung tragen.
00:33:21: Also Aufsichtsdraht zu sein ist superaufsichtig, finde ich super!
00:33:26: Ich stehe gerne daneben und gucke mal ob das so gut läuft mit den Gründerinnen und den Investorinnen und Investoren... Für mich
00:33:34: auch selber aufsichtig
00:33:37: ja.
00:33:39: Und es ist so ein bißchen so mitbewegen.
00:33:40: also ich glaube an dieser Stelle, ich sage's ja schon die ganze Zeit irgendwie Die, die zuhören müssen denken.
00:33:46: Ich hab einen Knall ja!
00:33:47: Also ich bin schon...ich fordere von mir sehr viel und ich will also wenn ich dabei bin dann will ich auch richtig dabei sein.
00:33:55: Ich sitze gerne nur nicht mit dem Stuhl irgendwie am Rand und gucke hinzu und feiere dann mit weil man mich rein lässt, weil ich vor dreißig Jahren mal was großes gerissen habe sondern ich hab gern teil und ich bin gern mit drin und ich gebe gerne das was ich geben kann und dass ist vielleicht im Aufsichtsrat bei Victoria irgendwie eine schöne Geschichte, da mit was zu geben und am Ende des Tages ist es Sport.
00:34:19: Es ist also auch tatsächlich ein Thema in dem ich mich auskenne.
00:34:22: Es is nicht einen Sprung ins kalte Wasser, das mir heute ja nicht mehr so liegt und nicht irgendeine Wirtschaftsgeschichte die ihr hättet ja auch ohne weiteres gründen können sondern hat etwas mit dem zu tun, was ich generell liebe und natürlich das ganze Thema Gesellschaft und Frauen und Ich bin mega... Also ich bin auch.. Ich bin all-in
00:34:44: Und das ist, glaube ich, was uns da alle eint.
00:34:46: Das ist auch das, was sich so beeindruckend an Leistungssport – wir haben ja auch Ariane Hingst dabei, Lea Weissja, die Fußball-Weltmeisterin und die hat gerade auf der Bitz in Preziz mit mir eine Rede gehalten oder eine Ansprache.
00:34:58: Dann denke ich so wie geil!
00:34:59: Ich bin mal nicht die größten Wahnsinnigste im Raum.
00:35:03: Die Träume von Leistungspitzensportlerinnen sind so viel nach oben hin offener und also sowohl franzi du als auch ari sagen immer so ja also wenn meine ersten liegas spielen ist super aber dann geht es eigentlich erst los und ich sage okay cool weil immer wenn ich sage wir spielen irgendwann in der ersten liega sagen alle bist du wahnsinnig da kommen wir nie an.
00:35:23: Also deswegen dieses dieser dieser mut dieses nach obenhin offene Und das ist ja warum haben wir dieses Thema heute gesetzt.
00:35:32: Ja, wir dürfen groß träumen und fallen dann auch auf die Nase.
00:35:36: Wir dürfen in den Wettbewerb gehen.
00:35:39: Wir durften Druck empfinden, wir durften leisten – das wird auch viele Stunden kosten!
00:35:46: Das wird nicht immer bequem und als Phasenweise werden uns Leute angucken und sagen, sie haben nicht alle Tassen im Schrank.
00:35:52: Also ich bin immer so, habe hier schon hundertmal gesagt wir haben ein Leben und wenn ich damit achtzig drauf zurück gucke dann darf das auf keinen Fall sich ausschließlich in der Komfortzone abgespielt haben.
00:36:01: Und dafür kämpfe ich jeden Tag!
00:36:03: Besser könnte man es nicht sagen ne?
00:36:04: Ja absolut da hast du total recht.
00:36:07: ja also Franzi Ich Bin Ich lieb's, weil es gibt zu wenig Narrative.
00:36:12: aus Leistung ist Segen und nicht nur Fluch.
00:36:14: Und Druck macht einen auch besser und macht eigentlich nur klein.
00:36:17: also insofern tausend Dank dass du da warst.
00:36:20: Wahnsinnig gern!
00:36:21: Und ich find' schön das du auf Instagram dich bisher gar nicht so viel zeigst, weil nach diesem Gespräch hast du auf jeden Fall... ich glaube wo sind wir inzwischen leer?
00:36:28: bei thirty-tausend Zuhörer uns Hürren?
00:36:31: ...fünfdreißig Tausend Fans mehr.
00:36:32: Also danke!
00:36:34: Vielen vielen dank.
00:36:40: Dieser Podcast wird produziert von Portstars bei OMR.
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