Nachfolge im Familienunternehmen | Dina Reit
Shownotes
In dieser Solo-Folge spricht Verena mit Dina Reit, Geschäftsführerin von SK LASER über die Realität von Unternehmensnachfolge. Dina erzählt, wie sie in zweiter Generation ins Familienunternehmen eingestiegen ist, welche Herausforderungen die Zusammenarbeit mit dem eigenen Vater mit sich bringt - und warum Nachfolge mehr ist als nur ein Übergang. Es geht um Verantwortung, Rollenbilder und die Frage, wie man ein bestehendes Unternehmen weiterentwickelt, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
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Transkript anzeigen
00:00:07: Ja, ich habe ja vor einigen Wochen eine Umfrage bei Instagram gemacht in der ich gefragt habe welche Themen findet ihr spannend?
00:00:14: und da kamen sehr oft Nachfolge im Unternehmen.
00:00:18: Und deswegen habe ich meinen heutigen Gast eingeladen.
00:00:20: Dina Reit ist Geschäftsführerin des Maschinenbau-Unternehmens SK Laser, dass sie in zweiter Generation führt.
00:00:27: Sie verantwortet unter anderem Marketing, Digitalisierung, HA und Finanzen.
00:00:32: Außerdem ist sie Co-hostes Podcast Hermann & Ich indem sie über Nachfolge und Unternehmertum spricht.
00:00:38: Wir sprechen heute darüber, wie es ist ein Familienunternehmen zu übernehmen.
00:00:42: Welche Herausforderungen Nachfolge mit sich bringt und wie man seinen eigenen Weg findet?
00:00:47: Dina, wie schön dass du da bist!
00:00:49: Herzlich willkommen bei Fast and Curious!
00:00:52: Hi Verena ich freue mich total da zu sein.
00:00:54: danke für die Einladung.
00:00:55: Ja so schön, dass ich mal jetzt hier eine halbe Stunde mit dir über Nachfolge reden darf.
00:01:01: Denn das ist ja auch ein Thema was mich schon ein Leben lang bewegt.
00:01:05: Deswegen vielleicht mehr zum Start.
00:01:06: So wie lief dieser Prozess bei euch ab?
00:01:08: Bei deinem Vater und dir?
00:01:10: Und wann wusstest du?
00:01:11: Ich glaube ich mach' Das!
00:01:13: Ich hab die Gründung ja mit bekommen.
00:01:15: Ich war zwölf Jahre alt als mein Vater gegründet hat Und ich sag dir ganz ehrlich, ich hab das als eine sehr entbehrungsreiche Zeit für uns als Familie in Erinnerung.
00:01:24: Also das war auf jeden Fall nicht eine Zeit, in der ich gedacht habe, boah, ich will auch mal SK Laser machen und hab dann während der Schul- und Studienzeit immer hier mitgearbeitet also hab da mal beim Messen geholfen hat mein Büro mitgeholfen auch beim Lasern.
00:01:38: aber in der gesamten Zeit dachte ich eigentlich immer Ich werde irgendwas anderes machen hatte tatsächlich mal kurz drüber nachgedacht, irgendwie so Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren.
00:01:47: Hab das aber auch nicht gemacht!
00:01:49: Mein Vater zu dem Zeitpunkt dachte dann gut ich werde das Unternehmen wahrscheinlich
00:01:54: verkaufen.
00:01:55: Der Zug ist abgefahren?
00:01:55: Genau
00:01:56: der Zug ist abgefahren.
00:01:57: neben meinem Wirtschaftsstudium habe ich dann sogar noch Kunstgeschichte und Philosophie studiert.
00:02:01: da dachte er jetzt wirklich alles vorbei.
00:02:05: Dann habe ich ein längeres Praktikum im Städel in Frankfurt gemacht, ein tolles Museum.
00:02:10: Und hab da aber gemerkt eigentlich ist es schon ganz schön cool so Unternehmertum und entscheiden können mit wem du arbeitest an was du arbeitest.
00:02:18: Außerdem habe ich auch gemerkt dem Museum hatte gar nicht so viel mit Kunst zu tun.
00:02:23: So wie ich's mir vorgestellt hatte.
00:02:25: Ich hatte eher so mit Exilisten- und Worlddokumenten zu tun.
00:02:28: Und dann dachte ich, ja also irgendwie wäre das schon cool wenn ich das anders haben könnte freier gestalten könnte so wie mein Vater.
00:02:36: Dann hatte ich jetzt diese Gründungsphase voll erlebt und dachte eigentlich schon eine riesen Chance einsteigen zu können in einem System das schon existiert wo Organisation mitarbeitende Produktlieferanten wurde es alles irgendwie schon existieren.
00:02:52: Ich bin dann nach meinem Master eingestiegen.
00:02:54: Mein Vater hat sich total gefreut, hat aber der Sache noch nicht so ganz getraut.
00:02:59: Wir haben damals gesagt, das erste Jahr machen wir wie eine Probezeit und ja, dann hab ich ... Also, im Jahr two-tausend neunzehn bin ich reingegangen.
00:03:07: Zweiundzwanzig bin ich Geschäftsführerin geworden.
00:03:10: Und letztes Jahr ist mein Vater offiziell komplett raus.
00:03:14: Oh wow!
00:03:15: Das ist ja aufregend.
00:03:16: Ja, und ich glaube es ist in vielen Biografien die einen ... wachsen mit so einem Unternehmen auf und wissen von Minute eins an, das will ich auch irgendwann machen.
00:03:25: Die anderen sind so wie du die beäugen das erstmal und gehen erst mal ihren Weg und dann findet sich später der Weg rein ins Unternehmen.
00:03:33: und die Dritten sagen kann es mich mit Jagen Mai auf keinen Fall!
00:03:36: Und ich kann genau diese Entbehrung verstehen von denen du sprichst denn Unternehmertum wird ja Sowohl verteufelt als auch verherrlicht, also zum einen denkt man so die Unternehmer sind die mit einem goldenen Löffel.
00:03:47: Die sind einfach schon so aufgewachsen und bei denen regnet es irgendwie breit zum Fenster rein.
00:03:52: und zum anderen Denkst du eben auch, dass sei so ein selbstbestimmtes Leben wo du komplett steuern kannst wie du dein Leben leben willst.
00:04:00: und ich kann zumindest aus unserem Familienunternehmen und meiner Kindheit berichten das Urlaube für meinen Vater eine Qual waren.
00:04:06: Und damit für uns alle gleich mit weil er einfach unter Aktenbergen versankt und wir uns fragten was hat das jetzt mit Urlaub zu tun?
00:04:14: Es ist einfach nie aufhört.
00:04:16: man sitzt abends am Abendessenstisch mit seinen Eltern und denkt so können wir mal über etwas anderes reden.
00:04:22: viel Emotion so im Raum.
00:04:24: Jetzt habt ihr das natürlich in Perfektion hingekriegt, wie fühlt sich das jetzt für dich an?
00:04:29: Alleinige Geschäftsführerin zu sein und dein Vater ist raus.
00:04:32: Gucken die Mitarbeitenden denn jetzt wirklich so in deine Richtung und sagen du bist es oder schwingt da noch ein bisschen mit?
00:04:40: Dein Vater hat immer und deinen Vater hätte jetzt gesagt
00:04:45: Wir haben uns ja wirklich Zeit gelassen.
00:04:47: So sanften Weg haben wir eingeschlagen, in den Jahr- und Jahrzehnten bis zum Jahr-und-Zwanzig.
00:04:51: Das ist wirklich viel, viel Zeit!
00:04:53: Wir haben das alles mit der Beraterin zusammen aufbereitet, haben einen Meilensteinplan gemacht, haben uns regelmäßig alle sechs bis acht Wochen getroffen, haben da Workshops gemacht überlegt was können wir verbessern?
00:05:07: wirklich vom Gesellschaftenvertrag über das Testament, dann bis hin zu.
00:05:13: stellen wir jetzt neue Leute ein muss die Organisation umgestellt werden.
00:05:16: Wir haben uns alles angeschaut und natürlich ganz am Anfang als ich reinkam da.
00:05:23: also ganz ehrlich Am Anfang konnte ich mir noch nicht mal vorstellen, ob ich das wirklich schaffe.
00:05:27: Ob ich wirklich Geschäftsführerin werden kann?
00:05:30: Mein Vater hatte da Riesenvertrauen in mich.
00:05:32: Ich hab das zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen und sicher waren auch die Mitarbeitenden dann noch nicht so, dass sie gesagt haben hey Dina, Chaka, die macht das jetzt alles!
00:05:39: Aber mit einer unglaublichen Beharrlichkeit habe ich mich da reingearbeitet.
00:05:43: Ich habe hier überall mitgearbeitet in der Produktion im Vertrieb, in der Buchhaltung, ich habe alles mitgemacht.
00:05:49: Ich hat eine große Lernbereitschaft gezeigt und bin eben Schrittchen für Schrittchen da reingewachsen.
00:05:57: Und das muss man auch sagen, mein Vater ist auch große Charakterstärke.
00:06:01: der hat sehr gut loslassen können.
00:06:03: Der war's halt tatsächlich so dass er gesagt hat hey Dina ich geb dir in einem Jahr alles und dann bin ich ganz raus.
00:06:08: ich so ey Papa vielleicht ein bisschen zu schnell ja?
00:06:12: Und dieses laidback was er so hatte das hat sich dann auch darin gezeigt dass er ... in Teilzeit gegangen ist.
00:06:20: Da hat er dann an zwanzig Stunden die Woche noch bei uns gearbeitet, und das hat da wirklich auch durchgezogen.
00:06:25: Und jetzt, wo er raus ist ... Ich merke diese großen Entscheidungen waren schon vorher bei mir angekommen.
00:06:33: Und Personalthemen sind die Leute eh schon zu mir gekommen.
00:06:37: Das heißt natürlich wird sein Spirit hier immer in einer gewissen Art und Weise mitschwingen.
00:06:44: Er hat den Grundstein gelegt aber trotzdem spüre ich jetzt schon und das ist schon auch interessant, also seit Anfang Januar hat sich da bei mir was getan.
00:06:54: Das ist jetzt meins und ich gestalte es so dass es auch für mich und mein Leben passt.
00:07:00: Und das habe ich vielleicht vorher noch nicht so stringent durchgezogen als mein Vater mit mir im Unternehmen war wie ich's jetzt tue.
00:07:06: Ja so spannend!
00:07:10: Magie von Familienunternehmen, dass jede Generation wieder neu ihren Stempel aufdrückt und es in die Neuzeit führt.
00:07:16: Und auch an Trends- und Lebensweisen anpasst, die vielleicht früher noch nicht gehalten.
00:07:22: Was genau macht ihr?
00:07:25: Wie groß ist euer Unternehmen?
00:07:27: Wir stellen Lasermaschinen her für die Oberflächenbearbeitung.
00:07:30: Also unsere Maschinen kaufen alles Industrieunternehmen, wir sind komplett im BtoB-Bereich unterwegs.
00:07:37: Wir bauen kundenspezifische Anlagen.
00:07:39: das heißt wir haben hier einen Sondermaschinenbau von der Konstruktion über den Schaltschrankbau bis hin dann eben über Aufbau.
00:07:46: zur Sonderprogrammierung machen wir alles bei uns im Haus und so Kunden sitzen weltweit Und die machen dann zum Beispiel eine Seriennummer auf ihr Bauteil mit unserem Laser oder legen einen elektrischen Kontakt dann mit unserem laser frei.
00:08:01: Wir sind ein kleines Team mit zwanzig Leuten und mein Vater hat es wie gesagt, zwei tausend fünf damals aufgebaut.
00:08:08: Ach cool!
00:08:09: Ja sehr gut.
00:08:10: also so ein typischer deutscher Mittelständler.
00:08:13: wo sitzt Ihr?
00:08:14: wahrscheinlich auch nicht in irgendeiner Großstadt?
00:08:17: Wir sitzen in Wiesbaden.
00:08:18: Also wir sind tatsächlich Landeshauptstadt.
00:08:20: Immerhin,
00:08:20: immerhin!
00:08:22: Genau.
00:08:22: also das ist natürlich auch... Nachfolge ist ja ein Riesenthema in Deutschland und die lokale Bezogenheit ist natürlich immer ein Thema.
00:08:30: ich bin dann schon fürs Unternehmen wieder hier nach Wiesbaden gezogen und habe damals mit meinem Mann zusammen auch die Entscheidung getroffen dass wir eben hier hin zurück gekommen sind.
00:08:41: Sicherlich ist es auch eine große Lebensentscheidung, die Nachfolge anzutreten.
00:08:45: Weil du nicht nur für dich ne Entscheidung triffst, sondern auch für andere Menschen ... Ob das mein Mann ist, der nach Wiesbaden gezogen ist oder meine Eltern, die da nicht verkauft haben, sondern mich weitergegeben haben?
00:08:55: Das sind schon große Entscheidungen und ich muss dir sagen, als ich gerade angefangen hab, habe ich das als eine Wand an Verantwortung gefühlt gegen die ich gelaufen bin.
00:09:07: Ich glaub, Nachfolgen wird nach außen wenig dargestellt und wenn eben meistens nur sehr positiv.
00:09:14: Aber die harten Phasen der Nachfolge, die erlebt glaube ich jeder.
00:09:18: du bist sehr jung, du gehst in eine Führungsposition ziemlich schnell rein Du hast diesen Familien-Firma-Konflikt Und am Anfang ist mir das sehr schwer gefallen.
00:09:28: also nach zwei Monaten war Ich erst mal so dass ich gedacht habe es klappt alles nicht und dann haben wir diese Beraterin an Bord geholt und haben eben das erstmal aufgedröselt.
00:09:36: was muss ich eigentlich lernen?
00:09:37: wie komme ich da rein?
00:09:39: Ich hab riesen Respekt vor jedem, der die Nachfolger angeht.
00:09:43: Aber ich muss andererseits auch sagen ... Ich glaube, dass viele Leute es nur als eine Belastung sehen oder empfinden und das ist natürlich auch warum der Mittelstand in Deutschland gerade vor diesen Riesennachfolgethemen steht.
00:09:56: Es gibt viel zu wenig Leute, die nachfolgen wollen.
00:09:59: aber eigentlich ist es meiner Meinung nach eine Riesenschance weil wenn du auf etwas aufbaust was erst mal schon grundsätzlich ne Substanz hat Dann kannst du viel einfacher, glaube ich noch weiterkommen.
00:10:14: Und ich habe das gesehen bei meinem Vater in der Gründung wie hart es eben sein kann!
00:10:18: Total.
00:10:19: Und ich meine, es gibt nicht umsonst diese Zahlen neun aus zehn Start-ups scheitern.
00:10:24: also wenn gründen so einfach wäre könnt jeder wird's jeder machen.
00:10:29: das heißt wenn etwas schon da ist sich schon am markt bewert hat schon Kunden hat schon eine DNA hat dann reinzukommen ist auf keinen fall einfach.
00:10:37: aber du setzt einfach auch was anderem auf und du kannst natürlich dann auch sehr gut schon Hebel umlegen.
00:10:43: versus wenn du am Anfang gründest musst überhaupt erst mal einen Fundament bauen.
00:10:47: Du hast gerade gesagt Seit Anfang dieses Jahres fühlte es sich jetzt auch so an, als ob du am Drücker sitzt das Unternehmen in die Richtung lenken zu können.
00:10:57: Was sind die Dinge, die du anders machst?
00:11:00: Wo siehst du deine größten Hebel?
00:11:02: Wo denkst du, das passt zu mir?
00:11:04: Das ist ein bisschen der Fußabdruck, den ich dem Ganzen geben möchte.
00:11:08: Also die ersten Entscheidungen, die vielleicht auch anders waren als was mein Vater entschieden hat ... Die habe ich schon viel früher.
00:11:16: als jetzt erst dieses Jahr getroffen.
00:11:18: Das war zum Beispiel, dass wir den Vertrieb von meinem Vater abgelöst haben und dann auch nicht nur auf meine Schultern gelegt haben.
00:11:24: Mein Vater war so der klassische ... Ich bin hier der Geschäftsführer, ich bin auch der Vollvertriebler, ich mach das alles!
00:11:30: Und ich weiß noch wie ich in ersten Vertriebler eingestellt hab und mein Vater mir gesagt hat also Dina, ich habe schon alles probiert mit Vertrieblern, das funktioniert nicht.
00:11:38: Also ich glaube es ist die falsche Entscheidung.
00:11:40: aber gut wehgehendes weil du bist die Zukunft Und das hat mir damals schon ein bisschen so zugesetzt.
00:11:46: Total, total.
00:11:47: Diese Ansage, dass ich dachte, oh je, Willi!
00:11:49: Der weiß ja eigentlich schon wie es funktioniert und jetzt komm' ich und mach alles anders ob das wirklich gut gehen wird.
00:11:55: Aber das war ganz wichtig.
00:11:56: und dieses ... Dass wir die Organisation umgestellt haben.
00:11:59: also ich hab dann auch einen kaufmännischen Leiter eingestellt.
00:12:01: Ich habe die Laser-Dienstleistung bei uns geschlossen.
00:12:05: Das war ein ganz kleiner Umsatzbringer bei uns der aber unglaublich viel Arbeit gemacht hat und zwar haben wir für Kunden Bauteile belazert, als Dienstleistung in Lohn.
00:12:17: Und das war neben unserem Kerngeschäft der Herstellung von diesen Anlagen ... War das auch nichts was sich irgendwie logisch ergeben hat?
00:12:25: Mein Vater ist damit damals gestartet also hatte eine Laseranlage und hat dann eben erst mal für andere Leute gelasert.
00:12:31: Und diese Entscheidung zu treffen dass nicht mehr zu machen.
00:12:35: Also manchmal ist ja auch Strategie zu Dingen Nein zu sagen.
00:12:39: Absolut
00:12:41: Das war auch nicht unbedingt etwas, was mein Vater... Also er ist dann schon mitgegangen.
00:12:44: Aber er hätte diese Entscheidung so nicht getroffen.
00:12:47: Genau also das sind Sachen glaube ich die sehr wichtig hier für das Unternehmen waren.
00:12:52: und genauso war auch sehr wichtig zu entscheiden dass wir zum Beispiel jetzt auf Mikro bearbeitung setzen.
00:12:58: Die Mikrobearbeitung ist eben noch ganz freie Abtrag und Gravuren machen kannst ins Material.
00:13:05: Da arbeiten wir dann im Mühbereich, mit Hartgesteintischen ... Das ist eine technische Entwicklung, die das Unternehmen einfach noch mal anders aufstellt für andere Kunden attraktiv macht.
00:13:20: Mhm.
00:13:20: Und also das sind Sachen, wo wir hier im Unternehmen sehr große Entscheidungen getroffen haben.
00:13:27: Natürlich auch wichtig, mein Vater war der große Messe-Liebhaber!
00:13:31: Also
00:13:31: ... Also, im Jahr
00:13:32: zwei Tausend neunzehn waren wir auf dreizehn Messen als Aussteller.
00:13:37: Mein Vater ... ja, unglaublich wirklich!
00:13:39: Das ist so ein Kraftakt.
00:13:41: Aber so hat mein Vater eben die Neukunden gefunden und gewonnen.
00:13:47: Und ich finde Messen auch gut aber ich wollte keine dreizehnt Stück machen und dann sind wir eben auf einmal ins Digitale reingegangen haben unterschiedlichste Dinge ausprobiert, uns auf Plattformen listen lassen.
00:13:59: Wir sind auf digitale Messen gegangen und wir haben eben Social Media stark ausgebaut.
00:14:07: Und das hat glaube ich einmal dazu geführt dass ich zum Gesicht von SK Laser wurde.
00:14:12: Das hat mir total geholfen auch in der Nachfolge.
00:14:15: Andererseits hat es natürlich für uns als Unternehmen ganz viel bewirkt.
00:14:21: also dieses Jahr zum Beispiel gehen wir auf drei Messen
00:14:23: Und wo kommen eure Kunden jetzt her?
00:14:25: Also teilweise noch übermessen und teilweise jetzt aber über LinkedIn oder ...
00:14:30: Ja, genau.
00:14:30: Also bei LinkedIn ist ja die fantastische Möglichkeit dass man zeigen kann was man alles mit seinen Produkten so tun kann.
00:14:39: der Laser ist dann natürlich auch ein extrem dankbares Produkt.
00:14:41: also ich kann ja alles unter den Laser lehnen und es passiert immer weiter.
00:14:44: das macht einfach riesig Spaß und interessiert die Leute.
00:14:48: dadurch habe ich eben geschafft die Marke SK Laser stärker zu positionieren.
00:14:53: Wenn Leute jetzt darüber nachdenken, ich bräuchte einen Laser für das Produkt XY.
00:14:58: Da kann ich ja mal mit Dina drüber sprechen, was die mir empfehlen würde und das ist natürlich fantastisch.
00:15:03: Darüber kommen sehr viele Leads und auch einfach die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
00:15:10: Dass man einen Vortrag halten kann, dass wir mal in eine Zeitung oder Magazin reinkommen.
00:15:15: Das ist wirklich toll für das Unternehmen.
00:15:17: Und das hat natürlich auch etwas hier mit der Kultur gemacht, muss man ganz klar sagen.
00:15:21: Total!
00:15:22: Also jetzt zum Beispiel heute Vormittag habe ich hier bei uns im Unternehmen eine kleine Aufnahme gemacht.
00:15:28: Wir haben eine tolle neue Maschine, ein innovatives Produkt und dann haben wir so ein paar Kurzvideos gemacht und eben quasi in einzelnen Videos gezeigt was diese Maschine ausmacht und was an der Besonderes ist.
00:15:40: Ja das ist ganz normal hier und wir sind auch eigentlich nur ein klassisches Maschinenbauunternehmen.
00:15:46: also wenn nicht mehr unsere Marktbegleiter anschaue, dann ist das meistens nicht ganz so normal dass jemand in der Produktion rumläuft und Videos macht.
00:15:54: Aber jetzt die Leute finden es cool und manche haben auch Lust mitzumachen und also das ist schon sehr, sehr... Mir macht es total Spaß!
00:16:04: Ja weil's einfach natürlich auch So ein neuer Spirit ist und so neuer Geist, häufig ist ja in Familienunternehmen auch dieses nicht sehr nach außen.
00:16:14: Machen wir hier mal innen drin gute Arbeit?
00:16:16: Da muss man auch nicht so viel drüber reden!
00:16:18: Und wer zu viel in der Presse steht oder auf LinkedIn rumspringt, da ist er eher verdächtig und das mal sozusagen durchbrechen und zu sagen Wir springen da draußen ja nicht mit irgendwelchen Geschichten rum die wir gar nicht halten können sondern wir zeigen unsere Produkte und was man mit denen machen kann und begeistern Menschen was mit einem Laser alles geht.
00:16:39: Das ist jetzt für dich und mich total normal, aber da weiß ich auch welche Beharrungskräfte da wirken
00:16:44: können.".
00:16:46: Ja, total!
00:16:47: Und ich glaube mein Vater hatte am Anfang schon auch diese Ängste.
00:16:49: also dass er so überlegt hat Bordina wenn wir jetzt zeigen... Was?
00:16:53: Also wenn wir zu viel zeigen oder mal achts, dass wir zuviel zeigen könnten und dann irgendwie die Konkurrenz das alles sieht hab ich damals gesagt, aber Papa wir gehen auch auf Messen.
00:17:01: Wir haben eine Website ja Kunden kommen hier zu uns und dann zeigen wir den Dinge.
00:17:05: also es ist jetzt nicht so als würde ich irgendwelche Geheimnisse ausplaudern sondern ich zeige ja einfach das was wir vielleicht dann auch auf einer Messe mit dabei hätten nur immer verfügbar weil es eben in Videos zu sehen ist.
00:17:19: Man muss aber eine Sache sagen, mein Vater war ja der erste.
00:17:23: Ich glaube, das war im Jahr two-thousand neun.
00:17:25: Da gibt es die ersten Videos auf dem SK Laser YouTube Kanal.
00:17:28: Da hat er schon kleinen Diener, die noch auf der Schule war, dann am Wochenende verhaftet und da haben wir hier Videos aufgenommen zusammen also eher von dem Laserstand wo auch ich vor dem Laser stand.
00:17:41: Da kam das eigentlich her, also er hat den Grundstein gelegt auch für die Videos.
00:17:45: Sehr gut!
00:17:47: Nein glaube ich dass das jetzt ja nicht so schwarz-weiß ist vorher gar nicht alles sondern es ist ein fließender Übergang war.
00:17:55: Was mich immer so fasziniert in unserer Gesellschaft der Versammlung ist, wenn es so große Innovationssprünge auch im Unternehmen gibt.
00:18:04: Was das jetzt in unserem Fall ja schon sehr lange gibt.
00:18:06: Ich bin zehnte Generationen da traust du ja so ein Unternehmen nicht mehr zu dass sich das komplett neu erfindet.
00:18:11: aber alle Jahrzehnte oder Jahrhunderte passiert es mal und ich habe als Jugendliche sehr eng mitbekommen wie in den neunziger Jahren.
00:18:21: Wir weben ja technische Textilien als Familienunternehmen, also Funktionsstoffe, Hightech-Stoffe.
00:18:29: und in den Neunzigern waren wir noch hauptsächlich unterwegs mit Futterstoffen, Dekostoffen, Gardinenstoffen.
00:18:35: und dann kam die große Weberkrise in Deutschland da.
00:18:38: es hat fast eine ganze Industrie der Weber ausgelöscht weil alles nach China gegangen ist.
00:18:43: Und in der Zeit hat dann mein Vater und mein Onkel eben entschieden, wir gehen Richtung technische Textilien, Hightech-Stoffe.
00:18:50: Das was man nicht so leicht kopieren kann.
00:18:52: Wenn ich jetzt heute in den Gesellschaftsversammlungen sitze und sehe wie dieser Bereich boomt und wächst und was da für Produktinnovationen möglich sind, dann denke Warum schreiben wir eigentlich nur Start-ups zu, dass sie diese großen Innovationssprünge hinkriegen?
00:19:08: Ein Grund warum Familienunternehmen so alt sind ist eben auch das die immer wieder zwischenzeitlich eine große Innovationsprung erlebt haben.
00:19:15: Wenn du jetzt auf deine zweite Generation schaust hast du Gedanken wie wenn ich irgendwann übergebe dann möchte ich, dass es doppelt so groß ist und einen ganz neuen Bereich noch hat.
00:19:28: Also, so wie sehr tick dieses Innovationsgehen in dir mit?
00:19:33: Ich gebe schon zu.
00:19:34: Ein Wunsch von mir wäre, dass wir unsere Produktpalette noch mal erweitern und da denke ich auch gar nicht unbedingt über ein Laserprodukt nach sondern gerne etwas ganz anderes was vielleicht im technischen Bereich ist aber ja eben kein klassisches Laser-Produkt.
00:19:51: also das wünsche ich mir schon.
00:19:52: Und für mich ist gar nicht dieser Punkt, dass ich sage Ich möchte gerne verdoppeln, verdreifachen oder so was.
00:20:00: Sondern ich sehe schon den Gedanken der Kontinuität.
00:20:04: Also die ... Ich habe ja jetzt erlebt, ich kann mir anschauen, die ersten Jahre, die mein Vater hier im Unternehmen bestritten hat mit wie wenig der trotzdem durchgehalten hat, was der in der Zeit erschaffen hat?
00:20:19: Es gibt immer diesen Spruch, wir unterschätzen, was wir in zehn Jahren machen können und überschätzen was wir einem Jahr machen können.
00:20:25: Und das sehe ich schon sehr stark.
00:20:28: Über einen langen Zeitraum hinweg kann man wirklich etwas aufbauen.
00:20:32: und die Idee, dass ich das Unternehmen so weiterführe, dass nach mir eine weitere Generation kommen kann und noch mal darauf aufbaut und was sich da bewegen kann in dieser Zeit ... Das ist für mich ein Gedanke der mir imponiert und wo ich denke, das wär toll!
00:20:50: Das würde ich mir wünschen.
00:20:52: Genau, dass man so richtig In diesen langen Linien denkt.
00:20:57: also bei uns heißt es ja auch immer wir denken in Generation und nicht in Geschäftsjahren.
00:21:02: Und das klingt erst mal immer langweilig oder langsam, oder so?
00:21:06: Und auf der anderen Seite ist natürlich eine Riesenstärke dass du weißt okay uns gibt's wahrscheinlich noch in dreißig Jahren aber auch nicht per default dann müssen wir schon ordentlich was für tun.
00:21:17: Aber dann sind es ja genau diese Sachen, die so Zeiten überdauern.
00:21:20: Die dann auch wieder Mut machen weil ein Hauptsatz den ich im Moment immer sage ist wenn wir uns gerade in der Krise zuhören in Deutschland sag' ich immer so.
00:21:30: also Ich möchte mir nicht vorstellen, wie meine Vorfahren zu Zeiten von französischer Revolution zwei Weltkriegen Weber-Krise also jetzt auf uns gucken würden und sagen würden wirklich?
00:21:42: Also so schwer wie bei euch war es noch nie.
00:21:46: Da würde ich euch gerne mal in meine Zeit zurückholen!
00:21:50: Das waren ein bisschen andere Voraussetzungen vor denen wir da standen und wir nannten das Krise dass man auch so ein bisschen eine Perspektive oder so eine Relativierung seiner eigenen Krise bekommt.
00:22:03: Aus wie schlimm ist es gerade?
00:22:05: Okay, ich glaube, das war schon mal in der Vergangenheit schlimm und dann hat man daraus auch was Gutes gemacht.
00:22:10: also... Absolut!
00:22:12: Macht immer viel Hoffnung.
00:22:13: Du hast gesagt im Zweifel würdest du dich für die Familie entscheiden nicht fürs Unternehmen.
00:22:19: Das klingt erstmal so, dass man sagen würde ja Aber gab's diesen Moment der echten Abwägung?
00:22:26: Also, standst du wirklich mal davor und hast wirklich dich fragen müssen ist es jetzt Familie oder ist das Unternehmen.
00:22:33: Also stand sich das so gegenüber?
00:22:36: Nein!
00:22:37: Es existiert das Unternehmen ja auch immer noch und ich bin auch immer drin.
00:22:39: deswegen gabs diesen Moment Gott sei Dank nie.
00:22:42: aber Ich glaube es war für mich schon wichtig dass habe ich mir ganz am Anfang der Nachfolge überlegt Für mich selber zu klären wo sind eigentlich meine Werte wie stehen meine werte Und das auch zu kommunizieren meinem Vater, meiner Mutter und meiner Schwester gegenüber.
00:22:58: Das ist mir tatsächlich wichtiger.
00:22:59: Mir ist es wichtig, dass wir Weihnachten zusammenfeiern können und uns nicht total zerstreiten.
00:23:04: Es gibt genug Familien, die sich über ein Unternehmen zerstreiten, wo hinterher eben nicht mehr zusammen Weihnachten gefeiert wird.
00:23:12: Das war für mich immer klar ... Dass mir das so wichtig ist, ich komme aus einer Familie mit einem starken Zusammenhalt.
00:23:21: Das möchte ich nicht verlieren.
00:23:22: Es war mir immer wichtig und deswegen, ja Gott sei Dank, kam es nie zu so einer Situation bisher.
00:23:28: Ich mein das ist eben ... Wir wissen ja nicht was die Zukunft bringt aber meine feste Überzeugung ist dass die Familie eben das ist was dich auf lange Sicht eher durchs Leben trägt als die Firma.
00:23:43: Total!
00:23:44: Und jetzt gab's aber natürlich auch noch die Gespräche mit deinem Mann.
00:23:50: Ich kann mir eine Nachfolge nicht vorstellen.
00:23:53: Also das war bei mir auch einer der ganz entscheidenden Gründe, dass ich wusste wir leben in Berlin.
00:23:58: mein Mann hat ein Unternehmen in Berlin gegründet genauso wie ich selber.
00:24:01: wenn ich jetzt entscheide nach dieser Gründung irgendwann gehe ich ins Familienunternehmen dann muss ich entweder meinen Leben lang pendeln oder ich muss alle nach Bielefeld umziehen und der Preis war mir zu hoch.
00:24:15: Das heißt Wie war das Gespräch mit deinem Mann?
00:24:18: War das so dass es noch einfacher war, weil ihr eher noch am Anfang eurer Karrieren stand.
00:24:25: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:24:27: Ja also das war so ein Punkt wo's noch einfache war bei uns.
00:24:31: mein Mann hat damals bei der deutschen Bank gearbeitet und der wollte dann gründen.
00:24:35: Also er hat ja jetzt auch gegründet Und für diese Gründung konnte sich eben entscheiden Wo gehts hin und Er konnte sich Wiesbaden dann vorstellen als Standort.
00:24:46: Wir haben auch in Frankfurt zum Beispiel geguckt.
00:24:47: Aber wir haben uns dann für Wiesbaden entschieden, um ganz ehrlich ... Ich liebe es, dass ich so wenig Pendel wie nur irgendwie möglich.
00:24:55: Ich find das super!
00:24:56: So viel Lebenszeit.
00:24:58: Also für mich war auch immer klar, ich werd ins Unternehmen hingehen, weil wir eben ein produzierendes Unternehmen sind und das heißt, ich will hier vor Ort sein.
00:25:06: Ich denke, dass ist wichtig ist.
00:25:08: Diese Entscheidung, die ist ja über einen Zeitraum hinweggefallen.
00:25:13: Ich bin morgens aufgewacht, hab gesagt du Schatzi ich habe mich entschieden.
00:25:18: Ich gehe ins Familienunternehmen sondern das war eben so ein bisschen aus den Erlebnissen die ich hatte in dem Museum und dem nochmal abwägen wie wichtig ist mir eigentlich das Thema mit dem ich zu tun habe?
00:25:30: Also ist Kunst wirklich dieses Herzblutthema von dem ich mich nicht lösen kann oder ist der Laser auch in Ordnung und es ja eigentlich auch ein gutes Produkt?
00:25:39: und wichtiger ist mir meine die Arbeitsrealität, also mit wem hab ich zu tun.
00:25:46: Mhm.
00:25:47: Wer steuert auch meine Entscheidungen?
00:25:49: Also das war für mich total wichtig.
00:25:51: Ich hab es eben so erlebt, wenn der Geldgeber relativ weit wegsitzt oder vielleicht in einer Bank sitzt, die als Mercedes-Benz Auftritt im Museum dann bist du mitunter sehr fremdgesteuert und ... Ja.
00:26:03: Das habe ich nicht so toll empfunden und keine große Selbstwirksamkeit.
00:26:09: Auch als Arbeiten für ein Papierkorb.
00:26:11: Deswegen habe ich mich dafür entschieden, ich gehe ins Unternehmen.
00:26:14: Und der Serge mein Mann hat eben zeitgleich diesen Gedanken gehabt, er wollte sich immer schon selbstständig machen hatte diesen Traum und hat dann gesagt, wenn nicht jetzt wann?
00:26:25: da ist eigentlich ein perfekter Zeitpunkt?
00:26:29: Wiesbaden ist auch ein guter Standort, machen was von da aus.
00:26:31: Ja sehr gut!
00:26:32: Sehr gut.
00:26:34: und wenn jetzt Menschen zuhören die genau vor dieser Entscheidung stehen nämlich übernehme ich das Familienunternehmen oder nicht?
00:26:40: Was sind so Fragen, Ratschläge Erfahrungen, die du diesen Menschen mitgeben würdest?
00:26:49: also als erstes würde ich den Leuten sagen schaut euch an und nehmt euch erstmal eine So eine Zeit, in der ihr sagt ich probiere es nur aus.
00:27:01: Mir hat das total geholfen diesen Raum im Kopf zu haben wo ich gesagt habe In diesem Zeitraum kann ich gucken Ich gucke mir einen Jahr lang an und wenn ich dann sage Das ist nix Dann kann ich immer noch rausgehen.
00:27:14: Das war für mich total wichtig!
00:27:16: Dann war für me sehr wichtig dass wir diesen klar strukturierten Plan hatten mit den Meilensteinen Wo eben drin stand Wann lerne ich was?
00:27:26: Also, wo arbeite ich eben in welcher Zeit.
00:27:29: Dann war Stand da auch drin, wann geht die Verantwortung von, keine Ahnung, Marketing, Personal, Finanzen und so weiter an dich über.
00:27:36: Da standen auch so profane Dinge drin wie, wann wechselt ihr euren Büro-Tisch?
00:27:41: Ja also, wann sitze ich bei meinem Vater im Büro, ehemaligen Büro von meinem Vater?
00:27:46: So Geschichten!
00:27:46: Wann geht mein Vater in Teilzeit?
00:27:48: Das hat mir total geholfen.
00:27:49: Das konnte man erst mal so schrittchenweise abarbeiten.
00:27:53: Und dann ... ist, denke ich das allerwichtigste.
00:27:57: Das sagt sich immer so einfach aber es ist überhaupt nicht einfach.
00:28:00: du musst gut kommunizieren.
00:28:02: Das bedeutet im täglichen Doing geht eine Nachfolge ganz schnell unter.
00:28:07: Ich kenne das hier mit dem Kunden und da mit dem Projekt dran und jetzt haben wir das schon wieder vergessen.
00:28:12: machen nächste Woche Aber nachfolge braucht ihren Raum Und Du musst über Dinge reden.
00:28:17: also zum Beispiel weiß ich noch mein Vater stellte sich vor die Gruppe und sagte ich habe XY entschieden Aber eigentlich hatten wir da zusammen drüber gesprochen.
00:28:25: Und mich hat das damals geärgert und ich hab gesagt, du Papa ... Wir haben das doch zusammen entschieden?
00:28:29: Warum hast Du nicht gesagt, wir haben das entschieden?
00:28:32: Das ist keine dramatische Geschichte aber du musst dir die Zeit nehmen um darüber zu reden!
00:28:37: Und du musst ja auch die Zeit nemen um über Zweifel zu sprechen und auch darüber zu sprechen wie machen wir es wenn es jetzt vielleicht nicht gut gehen sollte?
00:28:48: Wie funktionieren wir dann auch noch als Familie zusammen?
00:28:50: Also ich denke, diese Gespräche sollte man führen.
00:28:52: Wir haben jetzt diesen Rahmen gewählt mit den Workshops und der Beraterin die uns da begleitet hat.
00:28:57: das hat für uns super funktioniert.
00:28:59: wenn man es nicht braucht gar kein Problem aber sich diese Zeit für die Kommunikation zu nehmen und wirklich Dinge ehrlich anzusprechen ehrlich auf den Tisch zu packen Das ist glaube ich total wichtig und hat uns sehr geholfen.
00:29:12: Ja Es sind super Tipps, vor allen Dingen auch der mit diesem.
00:29:16: probiert es doch erstmal aus.
00:29:17: Weil es ist ja wie du eben gesagt hast Du hast das Wand der Verantwortung genannt.
00:29:22: Es ist ja so übergroß wenn man weiß jemand anders hat's aufgebaut.
00:29:28: Bin ich das?
00:29:29: Kann ich das zu meinem eigenen machen?
00:29:31: werden, die Menschen mich akzeptieren?
00:29:33: macht mir das überhaupt
00:29:34: Spaß.
00:29:34: Also will ich damit den Rest meines Lebens verbringen.
00:29:38: muss es eigentlich der Rest meins lebens sein oder darf man dann auch wenn man's ausprobiert hat und angefangen hat auch irgendwann sagen Ich höre wieder auf.
00:29:45: auch diese frage finde ich muss im raum stehen dürfen.
00:29:48: also Ich glaube, es ist so wichtig diese Ratschläge und diese Erfahrung immer wieder weiterzugeben.
00:29:54: Denn wir stehen in Deutschland vor einer riesen Herausforderung, dass wir so viel Nachfolger im Mittelstand anstehend haben wie noch nie zuvor – und so wenig Nachfolge und Nachfolgarinnen wie auch noch nicht zuvor!
00:30:05: Und deswegen ist es auch mir immer wichtig zu sagen, man muss jetzt nicht ins Familienunternehmen reingeboren sein.
00:30:10: Dass das eine Karriereoption ist also wir haben seit über fünf Jahren einen externen Geschäftsführer bei uns im Familienunternehm kam aus dem anderen Mittelständler is absolut großartig!
00:30:22: Ist ein Perfektfit für unser Unternehmen und benimmt sich wie ein Familienunternehmer.
00:30:28: Also hat eine ganz große Verantwortung, Langfristigkeit aber auch einen großen Drang zur Innovation und Modernisierung in sich.
00:30:36: also sich auch den Mittelstand anzugucken als habe ich nicht vielleicht auch Lust was zu übernehmen was schon da ist.
00:30:43: Auch wenn es ein Familien Unternehmen ist hat das ja häufig den Vorteil dass es klare Eigentümer Strukturen gibt und wenn man die Menschen kennt und sagt mit denen kann ich, dann sind das auch die Entscheider.
00:30:54: Das ist ja auch manchmal sehr hilfreich dass du da nicht ein Konsortium an Venture Capital Private Equity Banken usw.
00:31:01: hast sondern genau weiß wer es der Eigentümer.
00:31:03: also insofern hoffe ich dass dieses Gespräch viele motiviert sich diesen Thema zuzuwenden.
00:31:09: und vielleicht zum Abschluss jetzt sind wir nun absolut nicht in einer einfachen wirtschaftlichen Situation im Moment in Deutschland.
00:31:18: viel von dem, wo wir sagen das hat funktioniert wird jetzt auf den Prüfstand gestellt.
00:31:23: Wir haben Rezessionen.
00:31:24: es ist eher negativ über das Narrativ über dieses Land.
00:31:28: Du die jeden Tag in der Praxis Mittelstand in Deutschland erlebst was macht dir Hoffnung?
00:31:32: Was macht dir Mut?
00:31:33: Wo sagst du the best is yet to come?
00:31:38: Also ich habe es vorhin gesagt gerade eine innovative neue Anlage, die wir jetzt gerade fertiggestellt haben.
00:31:44: Die werden wir auf der nächsten Messe, die kommt dann live das erste Mal vorstellen und ... Der Anschub dafür kam aus dem Team.
00:31:55: also da haben wir wirklich Leute, die Bock haben auf ihren Job ,die Bock haben die Produkte weiterzuentwickeln und die daran Spaß haben denen ihr Job Spaß macht Und ich glaube davon gibt es ganz viele.
00:32:07: Ich arbeite mit vielen von denen zusammen und das ist, glaube ich die Basis für eine gut funktionierende Wirtschaft.
00:32:15: Das macht mir riesige Hoffnung.
00:32:17: Und ich sehe dieses Thema Nachfolge war vielleicht ne Zeit lang sehr verstaubt und hat viele Leute abgeschreckt aber Es gibt jetzt Initiativen wie das Foodstapsfestival oder andere die darauf aufmerksam machen, dass interne und externe Nachfolge fantastische Chancen sind.
00:32:38: Tolle Optionen!
00:32:40: Und da gibt es Leute, die sich begeistern dafür – die großes Risiko eingehen, über eine Bürgschaftsbank eine Finanzierung von einem Unternehmen machen, die das kaufen und die dann wirklich mit vollem Herzblut da reingehen.
00:32:51: Das begeistert mich, das finde ich ganz toll.
00:32:54: Und das macht mir auch sehr viel Hoffnung für die Zukunft.
00:32:57: Ja... Absolut.
00:32:58: Schöner hätte man es nicht sagen können, Dina vielen Dank dass du da warst!
00:33:02: Du sprüßt so viel Energie und Optimismus aus, du machst es so anfassbar wie ein Nachfolgeprozess aussehen kann und wir vor allen Dingen so erfolgreich funktionieren kann.
00:33:13: Viel viel Erfolg für euch und vielen dank das du da wars.
00:33:17: Ganz herzlichen Dank.
00:33:22: Ja, was für ein schönes Gespräch über Nachfolge.
00:33:25: Also da geht mein Herz auf weil ich denke wenn all diese tollen Unternehmen die wir in Deutschland schon gebaut haben gute Nachfolger und Nachfolgarin bekommen dann geht es Deutschland besser und dann ist das ein sehr guter Weg in die Zukunft.
00:33:39: Dienstag geht es hier schon weiter.
00:33:40: Da haben Lea und Ich Irene Klemm die Gründerin von Edurino zu Gast Und darauf freue ich mich sehr.
00:33:46: Ich bin Investorin der ersten Stunde und habe erleben dürfen, wie Irene und Franziska ein Unternehmen von Null auf Hundert gebaut haben.
00:33:55: Das wird also sicher ein sehr spannendes Gespräch!
00:33:57: Jetzt wünsche ich euch alles Liebe und bis bald!
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