Die Zukunft steht auf dem Spiel | Florence Gaub
Shownotes
In dieser Solo-Folge spricht Verena mit Florence Gaub, Zukunftsforscherin und Director of Research am NATO Defense College, über Krieg, Sicherheit, Klimawandel, KI - und darüber, warum Zukunft trotzdem kein Schicksal ist.
Florence erklärt, wie Szenarien entstehen, warum wir oft zu kurzfristig denken und weshalb gerade jetzt so viel davon abhängt, ob wir uns eine gute Zukunft überhaupt noch vorstellen können. Es geht um geopolitische Spannungen, gesellschaftliche Umbrüche und die Frage, wie man in all dem handlungsfähig und optimistisch bleibt.
Florence’ Buch: Szenario
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Foto: Debora Mittelstaedt
Transkript anzeigen
00:00:07: Mein heutiger Gast ist Florence Gaub, wirklich für mich eine der spannendsten Frauen die ich kenne.
00:00:13: Florence ist Politikwissenschaftlerin und Zukunftsforscherin und arbeitet am NATO-Defense College wo sie sich mit geopolitischen Entwicklung und möglichen Zukunftsszenarien beschäftigt.
00:00:23: Zuvor leitete sie unter anderem die Forschungsabteilung des European Union Institute for Security Studies und berät regelmäßig Politik- und internationale Organisationen zu Fragen von Sicherheit, Strategie und Zukunft.
00:00:38: Florence beschäftigt sich beruflich damit wie Konflikte entstehen welche geopolitischen Entwicklungen wahrscheinlich sind und wie wir uns auf unterschiedliche Zukunftsszenarien vorbereiten können.
00:00:48: In dieser Folge sprechen wir darüber, wie ihr Alltag als Zukunftsforscherin aussieht.
00:00:53: Welche geopolitischen Szenarien sie aktuell besonders beschäftigen und wie man sich täglich mit möglichen Krisen auseinandersetzt und trotzdem so optimistisch in die Zukunft schaut?
00:01:03: Liebe Florence!
00:01:04: Wie schön dass du da bist.
00:01:05: Herzlich willkommen bei Fast and Curious.
00:01:08: Hallo Verena
00:01:09: Ja, große Freude wie ich gerade schon betont habe und ich hatte dich ja im Mai letzten Jahres schon zu Gast in meinem Book Club.
00:01:16: Da haben wir über deinen Buch Zukunft gesprochen und ich hab seitdem viel über unser Gespräch nachgedacht und an unseren Gesprächen gedacht weil es so viel Zukunftsmut gemacht hat.
00:01:27: und du arbeitest ja am NATO Defense College beschäftigst dich täglich mit geopolitischen Szenarien und vielleicht mal zum Einstieg weil man kann sich irgendwie schwer vorstellen dein Leben so aussieht.
00:01:39: Wie sieht so ein normaler, in Anführungsstrichen Arbeitsalltag als Zukunftsforscherin der NATO aus?
00:01:45: Also vieles davon ist ehrlich gesagt banaler als Sie haben das vorgestellt!
00:01:50: Also es ist halt am Ende, es ist öffentliche Verwaltung.
00:01:53: also ich sag's mal wir fangen... Es ist ein militärisches Umfeld, d.h.
00:01:57: Wir fangen früh an.
00:01:59: Was heißt Früh?
00:01:59: Früh, also ich muss spätestens halb neun da sein.
00:02:02: viele meiner Kollegen sind eigentlich schon auch um sieben oder halb acht da.
00:02:06: Das für die Leute, die hier im Militär arbeiten oder auch im nachrichtungsdienstlichen Wesen ist das ganz normal also halb neun.
00:02:12: wenn man hier um halb neuen reinkommt dann ist mal eigentlich schon fast der letzte
00:02:15: Dann ist meine letzte
00:02:16: Genau.
00:02:16: natürlich gehört hier auch dazu dass wir beim Team auch einen kleinen Kaffee trinken.
00:02:20: Wir sind ja in Italien Das ist nicht unbedingt das erste was wir machen aber so einem halb zehn.
00:02:24: Was sieht mein Arbeitsalltag aus?
00:02:27: Also angefangen ich leite ja ein team das heißt also die morgende halte ich mir frei.
00:02:31: Ich arbeite nach dem Deep Work Prinzip von Carl Newport, ich weiß nicht ob du die kennst.
00:02:39: Nein, es geht ja im Wesentlichen darum wie kannst du deine Zeit so organisieren dass das Beste dabei rauskommt?
00:02:44: weil ich könnte hier reinkommen würde erschlagen werden von hundert E-Mails Instagram Kommentaren LinkedIn und sonst irgendwas Papiere Formulare ausfüllen.
00:02:53: Aber ich finde, dass das wichtigste meiner Arbeit ist wirklich das Deep Work.
00:02:57: Also die wirkliche Content also nachdenken, lesen schreiben und das mache ich immer vormittags.
00:03:03: Wenn ich Szenarios mache, mein neues Buch schreibe irgendwas, das mache Ich immer vor zwölf.
00:03:09: Das ist wahrscheinlich was die Leute auch denken, dass sie den ganzen Tag machen, dass ich hier mit Posted sitze und nachdenke...
00:03:15: Ich bin ehrlich gesagt beruhigt, dass du nachdenken so priorisierst.
00:03:19: Weil das ist immer meine große Frage Richtung Politik und uns alle.
00:03:22: Wann denken wir eigentlich noch nach bei dem Sturm der da
00:03:25: uns
00:03:26: allen entgegenfegt?
00:03:27: Das ist
00:03:27: total interessant weil ich musste wirklich das College erst erziehen, dass sie mir das gestatten.
00:03:33: Aber die Anfragen für Meetings vor zwölf Uhr, das hat wirklich so fast ein halbes Jahr gedauert.
00:03:39: Auch meine Assistentin, dass ich gesagt habe vor zwelfuhr ist heilige Zeit da darf wirklich der Chef darf da rein sonst niemand.
00:03:46: Und das haben sie jetzt aber verstanden.
00:03:47: Das heißt, alle so Interviews auch und sowas wie dieser Podcast-Meetingsbesprechung mache ich immer nachmittags eben mit meinem Team und halt auch.
00:03:56: diese ganze Managementkomponentin nimmt bestimmt einen Drittel meiner Zeit weg.
00:03:59: also wenn du es mal grob aufteilen willst drittel ist wirklich so Deep Work also Nachdenken schreiben lesen.
00:04:05: ein Drittel der zeit ist wirklich Quatsch nicht quatsch aber was auch dazu gehört Personalführung, Treffen mit der Finanzabteilung, treffen mit dem Presse Team und solche Sachen.
00:04:17: Und ein Drittel ist halt was ich Outreach-Nen oder was die NATO Outreach nennt.
00:04:20: ja das heißt Podcast.
00:04:21: es heißt irgendwie Interviews geben dem Rest der Welt erzählen was wir auch
00:04:25: nicht machen.
00:04:25: Auf Konferenzen
00:04:26: gehen!
00:04:26: Genau, auf Konferenzen gehen ganz genau.
00:04:29: Aber das Wichtigste ist glaube ich auch für die Zuhörer zu verstehen was es eigentlich das Wichtigste an meiner Arbeit?
00:04:36: Das musst du in der Zeit machen, in der du am besten funktionierst und für mich ist das Vormittag.
00:04:40: Für andere Leute ist Nachmittags- oder Nachts.
00:04:42: Für mich ist es Vormitag und deswegen muss sich diese Zeit auch wirklich ganz haut verteidigen!
00:04:47: Beschützen, ja das kann ich gut nachvollziehen.
00:04:49: Das ist bei mir genauso... Ich nenne es Ich-Zeit im Kalender weil ich mich nicht festlegen möchte was genau mache ich in der Zeit.
00:04:58: aber ich weiß also Ichzeit heißt jetzt nicht Massage sondern Ichzeit heisst Schade eigentlich.
00:05:04: Sondern heißt genau dieses, worüber will ich jetzt nachdenken?
00:05:08: Wo brauche ich auch einfach mal so viel Ruhe um es zu durchdringen?
00:05:11: weil ich's noch gar nicht richtig verstanden hab.
00:05:13: Welche Keynote möchte ich so vorbereiten?
00:05:16: mein Anspruch ist ja immer meine Keynotes frei zu halten und die hältst du halt auch nicht frei wenn ihr die nie übst.
00:05:22: So also das heißt dass sind.
00:05:24: so ist bei mir auch der Vormittag.
00:05:26: welche Themen sind es die dich dann in dieser Eigenzeit bis zwölf Uhr gerade besonders beschäftigen, weil mein Gefühl ist es sind ja so viele Szenarien.
00:05:36: Es sind so viele Krisen und Kriege gleichzeitig.
00:05:40: Ich wüsste gar nicht wie priorisierst du was du jetzt bis zwölf Uhr machst?
00:05:46: Das ist lustig dass du das sagst, weil ich habe hier grad die Post jetzt liegen, weil heute Morgen hatte ich das Gefühl ich verliere den Überblick.
00:05:53: Und es ist unfassbar wichtig den Überblick zu behalten!
00:05:55: Es kann viel los sein aber du musst zumerst wissen was machst du wann.
00:05:58: Also jetzt aktuell arbeite ich in einem Papier, das geht zur Zukunft des Krieges.
00:06:03: und zwar haben wir halt festgestellt dass wir uns meistens irren wenn es um die Kriegsbilder der Zukunft gehen.
00:06:09: Und da frage ich mich halt okay dann wissen wir also wie wir irren uns jetzt auch.
00:06:13: aber wie können wir das verändern?
00:06:15: Dann denke ich über den westlichen Balkan gerade nach.
00:06:18: du weißt wahrscheinlich dass es vielleicht auch politische Veränderungen demnächst geben wird.
00:06:22: Dann habe ich hier was ein ganz tolles Papier mit einem Kollegen zusammen zur Geschichte der NATO, dass die NATO eigentlich immer in der Krise ist.
00:06:29: War so ein bisschen gegensteuern diesem... Es war noch nie so schlimm wie jetzt und die NATO hat noch nie eine Krise gehabt als jetzt weil ich möchte den Leuten auch
00:06:37: das Gefühl geben, dass
00:06:38: es normal ist.
00:06:39: Ich sag eigentlich auch, die NATO ist immer in einer Krise.
00:06:41: Das ist eigentlich wie eine Beziehung.
00:06:43: Du musst immer daran arbeiten!
00:06:45: Dann haben wir einen ganz tollen Papier, da kontrastieren wir Verteidigungsausgaben gegenüber Kosten eines möglichen Krieges.
00:06:53: also was ist eigentlich teurer?
00:06:54: Ist eigentlich so eine Versicherungslogik?
00:06:56: Was haben wir hier noch?
00:06:58: Oh, ein Artikel über die Darstellung von Spionage in Literatur.
00:07:03: Das mache ich mit den norwegischen Geheimdienst auch ganz spannend.
00:07:07: Also es klingt jetzt alles... Wenn du dir zuhörst wirst du denken ja okay aber Iran kommt nicht vor, Ukraine kommt nicht vorn, wieso kommt alles nicht vor?
00:07:14: weil ich dafür Gott sei Dank nicht verantwortlich bin.
00:07:16: das machen die Kollegen im Hauptquartier und dass ist natürlich der.
00:07:19: Dafür werden wir auch bezahlt.
00:07:21: Wir werden dafür bezahlt, dass wir nachdenken über die Dinge, über die die anderen aktuell nicht dachten können.
00:07:25: Das heißt natürlich nicht, dass ich das nicht mitverfolge oder das nicht lese was dazu auch bei uns in Teilen geschrieben wird.
00:07:30: aber ich arbeite jetzt nicht sehr konkret dazu und deswegen hast du gefragt wie priorisierst du?
00:07:35: Du musst eigentlich immer ein Gefühl dafür haben.
00:07:37: Was ist jetzt aktuell?
00:07:38: also wenn du so willst sind wir Die Vorhut also die Intellektuelle vor Hut.
00:07:43: wir versuchen das zu erspälen und darüber nachzudenken was dann in zwei bis fünf Jahren relevant wird Und dann aber heute schon in die Entscheidungen reingehen mehr.
00:07:52: Genau, weil man dann wenn es passiert eben immer zu wenig Zeit hat nachzudenken muss man handeln und dann wirst du ja nicht anfangen irgendwelche Paper zu schreiben und sagen so lass mal nachdenken.
00:08:02: jetzt wenn ich dir so zuhöre wusste die jüngere Florence dass es diesen Job gibt und wenn sie's gewusst hat wollte sie den.
00:08:12: also die jüngere Florence wusste das so nicht Sie wollte aber zu NATO Auf jeden Fall.
00:08:18: Und zwar schon sehr
00:08:19: früh,
00:08:20: weil ich im Rahmen meines Studiums hab' ich halt festgestellt dass ich mich sehr für Verteidigung und Konflikt- und Krieg interessiere.
00:08:27: Ich mein', ich bin halb Französin, halb Deutsche.
00:08:29: Weißt du, wo mein Deutscher Opa war?
00:08:31: In der Reichswehr, in den Mehrwachten der Bundeswehr?
00:08:33: Mein französischer Großvater bei der Resistance War auch in einem Arbeitslager in Deutschland.
00:08:37: Für uns war der Zweite Weltkrieg zu Hause super präsent Und es hat mich immer umgetrieben Dass ich gedacht habe wie kann man den Krieg verhindern?
00:08:44: Oder wenn er passiert, schnell rauskommen und sich schneller davon erholen.
00:08:47: Also das war so mein Antrieb.
00:08:48: Deswegen hat mich natürlich die NATO als internationale Organisation mit einer starken militärischen Komponente... ...war eigentlich logisch dass ich da hin will.
00:08:57: Aber in diesem Topf, dass es den gibt, da habe ich einfach Glück gehabt, dass ich wirklich das gefunden hab wo ich eigentlich auch immer gedacht habe genau das will ich eigentlich machen.
00:09:05: Und das ist natürlich ein bisschen... Ich weiß schwer jetzt eine Aussage für alle zu treffen aber ich bin schon meinem Instinkt gefolgt.
00:09:13: Was kann ich besonders gut?
00:09:15: Ich habe versucht, da immer besser zu werden.
00:09:17: In der Hoffnung irgendwo wird es eine Stelle geben wo ich dann damit hinpasse.
00:09:21: und deswegen würde ich schon auch sagen grundsätzlich Empfehlung für jede oder jeden ist Versuch herauszufinden was du gut kannst.
00:09:29: Was sind die Bereiche in denen du auch besonders weit bereit bist zu gehen mehr von dir zu geben Und dann werde versucht darin immer besserzuwerden.
00:09:36: das wird dass sich dann irgendwo wird Es dann Sinn ergeben glaube ich schon
00:09:40: ja total.
00:09:41: und ich finde So, ich meine wir kennen uns aus der Ferne so und ich beobachte und bewundere dich aber ich finde bei niemandem so stark wie bei dir trifft das zu.
00:09:52: dass wenn man sich in einen Bereich so reingräbt und wenn man da gut ist, dass das dann wahnsinnig viel Sinn macht.
00:10:00: Also immer, wenn ich dich irgendwo sprechen höre oder jetzt habe ich gerade dein neues Buch gelesen, Szenario Die Zukunft steht auf dem Spiel ... Dann macht es ja so ein Unterschied wer der Absender eines Buches ist Und die meisten In den meisten Fällen.
00:10:14: vielleicht tue ich der Nato Unrecht aber hab' ich eher Männer in der Vergangenheit diese Szenarien mir erklären lassen Höhre in dem Buch, dann denke ich so es betrifft mich viel mehr.
00:10:27: Inwiefern würdest du mir zustimmen dass es zu wenig Frauen in den Bereich gibt und das deswegen vielleicht diese Themen auch an Frauen eher vorbeigehen weil man das Gefühl hat es gibt nicht die richtigen Absender?
00:10:38: Also weißte ich meine ich bin zur NATO gegangen da war ich ein dreißig.
00:10:42: Ich weiß auch noch, dass ich sogar im Vorstellungsgespräch gefragt wurde.
00:10:46: Das würde man heute gar nicht mehr fragen.
00:10:47: wie kommt es das Sie als Frau sich dafür interessieren?
00:10:50: Genau und sind sie
00:10:51: sicher?
00:10:52: Sind
00:10:52: sie sicher?
00:10:53: aber ich meine erstens konnte ich das glaube ich halbwegs gut erklären Wobei ich sag, wenn ich zurückdenke.
00:10:57: Ich hab's gar nicht gut erklärt.
00:10:58: Das hat mich schon immer interessiert.
00:11:00: Das war meine Antwort!
00:11:01: Ich
00:11:01: finde aber eine gute Erklärung, weil es zeigt wie doof die Frage eigentlich ist?
00:11:05: Ja
00:11:05: und sie haben mich ja dann auch eingestellt.
00:11:07: also das war überzeugend genug.
00:11:09: Und schon damals gab's ja auch dieses Women in International Security diesen Verein der Frauen vernetzt.
00:11:14: wir sind ich würde sagen so zwanzig bis dreißig Prozent Frauen in unserer Branche und ich find' dass ist ja auch unsere Rolle also jetzt auch meine Rolle den Nachwuchs zu sagen doch hier is ein Platz für euch.
00:11:25: Ich glaub, was bei mir auch noch dazukommt ist ... Am Anfang hab ich gedacht, ich mach mich jetzt ein bisschen unsichtbar als Frau.
00:11:34: Also, ich existiere nur als intellektuelle Personie.
00:11:37: Ich hatte ganz am Anfang die Haare ganz streng zurückgekämmt und immer so einen Anzug an oder wie du es aus Homeland kennst.
00:11:43: Weißt du?
00:11:44: Wie Carrie Madison sag ich eigentlich immer aus.
00:11:46: Und irgendwann hab ich gemerkt, momentan mal, die Leute finden meine Arbeit super.
00:11:50: Ich fange jetzt mal an, ein bisschen mehr Risiken einzugehen und auch ein bisschen zu zeigen wer ich bin.
00:11:55: Jetzt sowohl wie ich mich kleide aber auch was ich so denke.
00:11:58: Ich habe ja einen sehr kreativen Ansatz und es gab durchaus Leute...
00:12:01: Dass du sehr besurfen kannst?
00:12:03: Dass ich
00:12:04: beeindruckt
00:12:04: mich sehr.
00:12:05: Danke!
00:12:05: Ja dass ich lache obwohl ich bei der NATO arbeite.
00:12:09: Und da hab' ich gemerkt das ist auch okay.
00:12:11: weißt du manchmal bildest du dir vielleicht vorher ein man will dich hier so nicht.
00:12:16: Aber ich habe hier in der NATO total meinen Platz auch wenn ich nicht aussehe oder rede wie die meisten meiner männlichen Kollegen, da habe ich hier auch Platz.
00:12:24: Und deswegen glaube ich auch, möchte ich dem Nachwuchs dann sagen es ist auch Platz für euch hier ihr dürft euch auch die Nägel lackieren und bei der NATO arbeiten jetzt im übertriebenen Sinne das schließt sich nicht aus und ich glaube natürlich Es muss jemand vorangehen und sagen ja dass geht und ich bin jetzt voran gegangen.
00:12:40: jetzt hoffe ich dass hinter mir lauter Frauen kommen und das auch machen und ich sehe sie in den Bewerberzahlen.
00:12:45: also wir haben für unsere Stellen haben sehr viele Frauen mindestens die Hälfte wenn nicht sogar mehr.
00:12:51: Ja toll und glaube ich sofort if you can see it, you can be it haben wir eben gerade schon im Vorgespräch gesagt.
00:12:56: Und da ist ja viel dran weil es fehlen einem einfach zum Teil die Bilder.
00:13:01: jetzt hast du eben von den Post-its gesprochen und der Tatsache dass ihr ja immer versucht ein paar Jahre früher schon zu sein bevor einen Konflikt dann durchbricht ausbricht damit es dann entsprechend die Gedanken dazu schon gibt.
00:13:15: Jetzt Stelle ich es mir wahnsinnig schwer vor, auch wenn ich dein Buch lese.
00:13:19: Welches Szenario man zuerst sich vornimmt?
00:13:23: Weil man denkt okay das werden wahrscheinlich Leute bald von uns haben wollen so wie Wie geht man daran zu entscheiden, was in Zukunft wichtig wird?
00:13:34: Also bei manchen Sachen ist es vielleicht offensichtlich.
00:13:36: Jetzt zum Beispiel China-Taiwanen weil da einfach schon so viel drüber geredet wurde aber andere Konflikte sind ja noch gar nicht so sichtbar also sowas wie Venezuela oder so.
00:13:45: das war jetzt vielleicht nicht so auf dem Schirm der Öffentlichkeit.
00:13:49: wie geht man davor?
00:13:50: Also du musst so vorstellen dass Zukunft bemisst du eigentlich nach zwei Also ist relevant nach zwei Kriterien.
00:13:57: Einmal, wie viel Einfluss hast du auf diese Zukunft?
00:13:59: und das andere ist, wie weit weg ist sie?
00:14:02: Und je weiter weg sie ist und die weniger Einfluchs du darauf hast, desto weniger relevant ist es dann, ne?
00:14:07: Das heißt nicht dass sie weniger wichtig ist, wichtig sind sie irgendwie alle.
00:14:10: Das heißt, relevant für die NATO ist natürlich alles was die NATO beeinflussen kann.
00:14:15: Und das heißt alle zweiunddreißig Mitgliedstaaten oder zumindest die meisten Mitglied Staaten so.
00:14:20: von daher fliegen leider viele Szenarien bei mir raus Wo ich sage, das ist zwar total spannend aber es ist nicht jetzt in unserer auf unserer NATO-Nato Ebene.
00:14:28: Ich sag mal zum Beispiel Klimawandel ist jetzt nicht so dass für die NATO nicht relevant ist Aber die NATO jetzt das Hauptquartier oder die Metärische Institution über das hinaus was sie schon tun sind die natürlich nicht da ganz vorne.
00:14:39: Das sind die Staaten der UNO die das machen müssen und vielleicht private Unternehmen und so.
00:14:43: Aber deswegen haben wir relativ wenig zu Klimawandeln.
00:14:45: Wir machen's schon zum Beispiel auch darauf, wie Klimawandel militärisches Equipment beeinflusst.
00:14:51: Zum Beispiel, wie schnell kann man U-Boote entdecken in wärmeren Wasser?
00:14:54: Wie wirkt das sich auf Radare aus oder auf Drohnen und so.
00:14:57: Also es ist schon spannend da kann man was dazu machen.
00:14:59: aber jetzt direkt mit das große Thema CO² Ausstoß reduzieren Das ist leider dann eben nicht so sehr in unserem Bereich weil nicht so relevant.
00:15:07: Und dann zeitliche Entfernung wenn etwas zehn Jahre ist eigentlich für Lato Also ist nicht nur für NATO, sondern ich sage mal.
00:15:14: Für Beamten die denken nicht in zehn Jahres Horizonten oder zehn Jahre geht vielleicht noch aber eigentlich bei zwanzig dreißig hast du sie dann schon verloren?
00:15:21: Das heißt wir gucken eben was passiert im nächsten zwei bis fünf Jahren wo wir denken das kann passieren und ihr könnt auch etwas dazu tun weil kein Beamter will nur gewarnt werden der oder die will einfach auch gesagt bekommen okay was kann man tun?
00:15:33: entweder ums zu verhindern oder um es dann zumindest die Konsequenzen abmildern zu können.
00:15:39: Du hast gerade Taiwan erwähnt, da kann man durchdenken.
00:15:43: was hätte das für Konseqenzen?
00:15:45: Aber jetzt jemand der im NATO-Hauptquartier sitzt wird sagen ja aber was kann ich tun ums zu verändern?
00:15:50: Wir werden da keinen Teil
00:15:52: daran haben.
00:15:53: Deswegen habe ich vorhin gesagt, was mache ich hier eigentlich im Alltag?
00:15:56: Ich bin auch ganz viel auf Reisen.
00:15:57: Ich sage mal mindestens dreißig Prozent der Zeit bin ich weg!
00:16:00: Ich bin im NATO-Hauptquartier und in der NATO Militärischen Struktur in Shape usw.
00:16:05: Und tausche mich da aus mit unseren Abnehmern, sag' ich jetzt mal, weil ich verstehen muss, was treibt die gerade oben?
00:16:11: Wo drückt der Schuh?
00:16:12: Was ist ein Problem wo ich helfen kann das zu lösen?
00:16:14: Das gehört eben auch
00:16:15: dazu.".
00:16:16: Vielleicht ein konkretes Beispiel, wenn ich jetzt gerade drüber nachdenke.
00:16:19: Was ist eine Szenarien die wir hier jetzt gerade haben?
00:16:21: Eier weil ich hier gerade im ganz tolle Publikation finde ich ganz toll gerade rausgebracht für die Münchner Sicherheitskonferenz anlässlich der Münchnersicherheitskonference.
00:16:29: Ja ist der Nordstern, weil das Symbol der NATO ist ein Kompass.
00:16:35: Der Nordsternen hat ja auch so etwas Kompasses Funktionen und das ist die eine Zeitung aus der Zukunft.
00:16:40: und da sind lauter Szenarien drin wo wir denken dass kann passieren und der Aufmacher ist es kommt im Kläsch eben zwischen Russland oder britischen Schiff in der Arktis.
00:16:49: also kein voller Krieg aber es kommt zu einem Zwischenfall.
00:16:53: Wir sehen tatsächlich und das haben wir schon angefangen, bevor Trump mit Grünland angefangen hat.
00:16:57: Da haben wir ja schon angefangt zur Arktis zu arbeiten, weil wir gemerkt haben okay interessant Russland rüste total auch.
00:17:03: Ja genau merkt man stark in meinem Buch Russland Rüstet total auf.
00:17:06: aber weißt du das war vor über einem Jahr haben wir damit schon angefahren Und jetzt ist es plötzlich relevant.
00:17:11: also da waren wir Gott sei Dank ziemlich spot on damit.
00:17:14: Da wart ihr total spot on.
00:17:15: Das wäre auch meine Frage, wann warst du das letzte Mal richtig spot-on?
00:17:18: Ich würde sagen nachdem ich dein Buch gelesen habe Grönland ist ja fast als ob du in Echtzeit dieses Buch geschrieben hättest während die ganze Grönlandsdebatte
00:17:28: tote.
00:17:28: Und weißt du was lustig ist?
00:17:31: Ich wollte dass das Jahr in dem Buchspiel Und der DTV hat gesagt, nee, weil dann veraltet das Buch ja so schnell.
00:17:40: Und dann haben wir gesagt, okay, zwanzig einen dreißig was also ganz oft in Zukunft Forschung nimmst du so Jahreszahlen eher als ich sag jetzt mal als künstliche Distanz, Schaffung aber in Realität ist es eigentlich näher dran.
00:17:53: Das Buch, ehrlich gesagt manchmal macht mir ein bisschen Sorge weil einige Sachen die ich da geschrieben habe sind schon passiert.
00:17:59: Da ist auch eine Referenz zu irgendwas was im Iran passiert das die USA dann ablenkt von der Arktis.
00:18:04: Es steht auch etwas drin zur NATO.
00:18:05: drei Punkt Null wo jetzt auch wir sind.
00:18:07: hochrangige amerikanische offizielle hat genau diesen Ausdruck verwendet.
00:18:10: dabei gibt's mein Buch gar nicht auf Englisch bisher Ich denke nicht.
00:18:13: und dann hat irgendjemand bei Instagram geschrieben okay hast du schon mal was von Quanten?
00:18:17: Philosophie gehört, also quasi der Zeitgleichkeit.
00:18:20: Ich glaube weniger das ist ... Vielleicht ist es Quantendinks aber ich glaub eher, was macht mich gut in meinem Job?
00:18:26: Ich hab halt so ein Gefühl für die Dinge.
00:18:29: Ich kann sie erst spüren genau.
00:18:31: Aber jetzt nicht irgendwie unbedingt im Bauch, sondern weil ich eben dauernd mit Leuten mich unterhalte und wir sind ja quasi, weißt du wie bei Avatar dieser Baum?
00:18:38: Wir sind eigentlich alle miteinander connected Und jeder versucht irgendwie oder weiß eigentlich bisschen was die anderen alle denken.
00:18:45: Ja spannend Gibt es auch das Gegenbeispiel?
00:18:48: Hast du das Gefühl, wir haben mal richtig viel Zeit reingesteckt in ein Szenario.
00:18:52: Weil wir dachten, es ist von uns stark beeinflussbar und es ist bald was sich in Anführungsstrichen Luft aufgelöst hat?
00:18:59: Also ein Scenario mit dem ich damals sehr gerechnet habe, war das der arabische Raum durch diese krasse Repressionen, Ägyptens Syrians usw.. gegenüber der Bevölkerung, dass sie dadurch eigentlich so einen riesigen totalen regionalen Flächenbrand auslösen und es kommt quasi zu einer revolutionären Welle die dem arabischen Frühling den arberischen Frühlings einen Schatten stellt.
00:19:27: Und das ist nicht passiert!
00:19:29: Im Nachhinein war es eine Sache, die ich mache und die super wichtig ist für jeden Zukunftsforscher ist, ich gucke mir an was meine alten Aussagen über die Zukunft waren und dann schaue ich okay warum also wo lag ich falsch?
00:19:41: Es ist viel interessanter als wo lag ich richtig.
00:19:44: Und versucht zu verstehen, warum habe ich mich da geirrt?
00:19:48: Oder was ist passiert das diese Aussage so nicht zugetroffen hat?
00:19:51: und jetzt in dem Fall war es ganz klar Ich hatte ganz stark Wunschdenken denn ich wollte natürlich dass der arabische Raum demokratisch wird und deswegen Als ich gesehen hab die gegenreaktion tritt ein habe ich mir gewünscht dass es einfach einen Versagen gibt.
00:20:06: Und ich habe auch mehr in Extremen gedacht, also in extremen Denken ist auch ein klassischer Fehler bei Zukunftsforschung, dass du denkst okay es gibt einen Pushback und dann gibts nicht nur Pushback, da gibt's das ganze Regierung.
00:20:16: Genau,
00:20:16: da wird riesengroß!
00:20:18: Also deswegen... Ich sage auch hier immer wieder Niemand sollte denken, ich irre mich nie.
00:20:24: Ich irre mich regelmäßig!
00:20:26: Der Trick ist eher lerne ich aus meinen Fehlern... ...ich versuch's auf jeden Fall weil nur so kannst du besser werden in deinem Job.
00:20:32: und das ist übrigens auch das Schöne am Älterwerden in meinem Job dass man eigentlich immer besser wird wenn man es richtig macht dann wird man immer besser da drin.
00:20:39: ja und das ich bin grad siebenvierzig geworden und ich habe früher immer gedacht wann ist man alt genug dass man das Gefühl hat das was ich da mache Kann ich nicht nur, sondern ich habe mich auch schon oft genug geirrt.
00:20:53: Genau was du gerade sagst!
00:20:54: um so Beweise dafür zu haben, dass ich besser geworden bin.
00:20:58: Also die irgendwie thirty-fünfjährige Verena, die konnte vielleicht auch schon gut reden und die konnte auch schon dies oder das Gut aber die war da noch nicht auf die Nase gefallen oder die hatte das noch nicht unterschätzt?
00:21:10: Und also ich will jetzt nicht sagen, dass ihr jetzt schon eine Altersweisheit einsetzt... Doch!
00:21:13: ...aber ein bisschen schon.
00:21:15: Ein bisschen habe
00:21:16: ich so das Gefühl,
00:21:17: es ist ein gutes Alter in dem Wann.
00:21:19: Ich liebe
00:21:19: unser Alter.
00:21:20: Sind
00:21:20: wir irgendwie ähnlich alt?
00:21:21: Ich bin
00:21:22: forty-viertig genau.
00:21:23: Ja bitte
00:21:23: Ja, dann ist das ein gutes Alter.
00:21:24: Nee ich
00:21:24: liebe Achtundvierzig!
00:21:25: Ich sage auch echt so... Auch jüngeren Frauen die jetzt irgendwie dreißig werden und denken oh Gott es ist Ende der Welt sag' ich so ey nee Es wird immer besser Und ich finde auch die Vierziger besser als die Dreißige.
00:21:36: Ich find's einfach so du hast viel mehr Lebenserfahrung Du bist viel gelassener.
00:21:42: Also klar Gesundheit muss natürlich mitspielen aber ich finde dieser Mythos Frauen irgendwie Die Dreißiger ist.
00:21:48: die schönste Dekade halte ich für Quatsch.
00:21:50: Ich freu mich schon auf die Fünftige.
00:21:52: Ich glaube, es kann eigentlich vorerst noch immer besser werden.
00:21:55: Wie gesagt, solange die Gesundheit mitspielt – ich finde eigentlich alles besser heute als vor zehn oder fünfzehn
00:21:59: Jahren.".
00:22:05: So gefragt, als ich mich dadurch die Szenarien deines Buches gekämpft habe.
00:22:09: Aber nicht weil es schwer war sondern weil ich dachte ah wie mache ich's richtig?
00:22:13: Und dann hatte ich so ein geiles Dead End da hatte ich mich irgendwie für den Weg entschieden dass ich damit an die Öffentlichkeit gehe.
00:22:21: Weil du dachtest das kann ich glaube ich.
00:22:22: und dann hatte Ich also auf Konferenzen gesprochen und einen Buch geschrieben und was nicht alles zur Akt ist um dann auf Seite dreihundert ne soweit war es nicht hundert achtzig festzustellen dass der Weg leider ins Glück führt.
00:22:35: und ich muss zurück auf Seite einundzwanzig.
00:22:38: Das heißt, wie bleibst du optimistisch positiv was die Zukunft angeht wenn du dich ja schon auch sehr viel mit Worstcase-Szenarien beschäftigt?
00:22:49: Also ich glaube im einzwanziger Jahrhundert musstest du schon immer aber jetzt noch mehr wirklich lernen erwachsen zu sein in Sinne von Du bist für dich und deine mentale, emotionale psychische Gesundheit verantwortlich.
00:23:06: Und ich schaue jetzt jeden Tag ... Für die Arbeit in den Dunkelsten von Atomkrieg im All
00:23:13: über
00:23:14: ... Ich will hier kein Albträume verschaffen.
00:23:18: Aber natürlich mache ich das hauptberuflich.
00:23:20: Ja?
00:23:21: Der Trick ist, dass ich eine extrem... Nicht extrem, aber ich hab ne sehr ... Rigide, mentale und auch physische Hygiene sag ich jetzt mal.
00:23:31: Also ich pass total darauf auf wie viel ich schlafe?
00:23:36: Wie viel Alkohol ich trinke?
00:23:37: Was ich esse!
00:23:39: Ich mache Sport, ich meditiere... Ich habe auch ganz strenge Regeln mit.
00:23:43: Weißt du, ich lese keine E-Mails weil ich das Büro verlasse Wenn ich weiß dass es heute mal besonders anstrengend ist solche Tage gibt's auch Dann mach' ich extra was was mir gut tut Und guck mich erst recht in irgendeinen beknackten lustigen Film an.
00:23:57: Also und das kann ich aber deshalb, weil ich weiß wie ich funktioniere.
00:24:02: Und weil ich auch die Verantwortung akzeptiert habe.
00:24:05: jeder Gedanke der meinen Kopf auftaucht für den bin ich verantwortlich.
00:24:09: und wo stecke ich denn hin?
00:24:11: räume ich den zur Seite oder merke hier ist gerade irgendwie eine Emotion?
00:24:14: um die muss mich jetzt erstmal kümmern bevor ich irgendwas anderes mache.
00:24:18: Also wenn du willst, nenn es Weisheit.
00:24:19: Ich würd's nicht unbedingt Weisheiten nennen aber das ist schon eine gewisse Art von Verstanden haben ... Wenn ich mich nicht um mich selber kümmere...
00:24:26: Wie halt dich das durch?
00:24:27: Krieg' ich diesen Job gar nicht hin.
00:24:28: und weißt du was noch wichtiger sobald du für ein Team verantwortlich bist?
00:24:32: Als ich hier angekommen bin zurückgekommen in Inato musste ich so einen Training machen, so Leadership.
00:24:37: Aus diesem Leadership-Training ist genau einsatt hängen geblieben.
00:24:40: Aber das glaube ich der Wichtigste!
00:24:42: Vergessen Sie nie dass Ihre Stimmung Ihre mentale und physische Verfassung sich auf ihr gesamtes Team auswirkt.
00:24:49: Absolut!
00:24:49: Und dann habe ich es erst wirklich geschnallt, Es geht nicht darum dass ich das für mich mache und weil ich irgendwie Selfcare betreibe sondern Ich kann meinen Job nicht gut machen wenn ich mich nicht wirklich um mich komme.
00:25:00: Und das ist glaube ich was... Ich weiß nicht wie ich ... Habs jetzt Hygiene genannt ja aber Ja
00:25:05: ne, es ist total verständlich wie du's beschreibst und Du hast es im Buchlapp vor einem Jahr hast so Den Menschen die dazugehört haben gesagt passt auch was ihr in euren Kopf lasst.
00:25:15: Und das habe ich so oft wiederholt seitdem, wenn Menschen gesagt haben es macht mir alles so viel Sorge und so viel Angst.
00:25:21: Da hab' ich immer gesagt bei Florence Gauper hat gesagt pass auf was du in deinen Kopf lässt weil kannst du's denn beeinflussen?
00:25:28: Also es bringt dir etwas wenn du es beeinflussend kannst und deswegen ist natürlich in deinem Job auch die Vielfalt der Themen die du reinlassen kannst größer, weil du weißt ich habe ein bisschen mehr Hebel drauf als vielleicht jemanden der nicht in dein Job arbeitet Aber generell jetzt den ganzen Tag zu konsumieren, wie schrecklich die Welt ist und dann aber noch die Kraft zu haben eine Familie großzuziehen sein Job zu machen uns weiter würde ich sagen es fast unmöglich.
00:25:51: Ja ist unmöglich und ich glaube auch dass das gibt ja dieses Argument.
00:25:55: ja aber in der Demokratie müssen die Leute doch immer alles wissen.
00:25:58: ja aber wie sollen das gehen?
00:26:00: also in der demokratie wir haben heute so viel mehr Informationen verfügbar.
00:26:04: Du kennst ja diese Statistik heute.
00:26:05: In einem Tag nimmst du mehr neue Informationen auf als im Bauer, im Mittelalter und ganzen Leben.
00:26:10: Du musst das nicht alles wissen.
00:26:12: Du muss das wissen was für dich relevant ist.
00:26:14: erstens.
00:26:15: zweitens Also Florence Gau bließt auch nicht den ganzen tag live die Nachricht.
00:26:19: also ich weiß was los ist Ich krieg natürlich.
00:26:21: mein vorteil ist auch ich kriege natürlich auch viel mit etwas hinter den Kulissen passiert.
00:26:25: Ja und zum beispiel während dieser grünlandkrise konnte ich dann mit Kollegen im Hauptquartier sprechen und ich hab dann mitbekommen, was da alles schon passiert um die Kuh vom Eis zu holen.
00:26:35: Und dann wusste ich schon okay es ist glaube nicht so schlimm.
00:26:38: also schon bevor Trump in Davos auf die Bühne gegangen ist habe ich schon gesagt siebzig Prozent dass die Sache gut ausgeht.
00:26:44: aber weil ich natürlich auch mehr wusste.
00:26:46: Aber du hast völlig recht.
00:26:48: ich glaube jeder einzelne jede einzelne ist dafür verantwortlich was was du in dein Kopf reinlässt wie du damit umgehst eben dann den Stecker zu ziehen und sagen, für heute reicht's jetzt.
00:26:59: Das darf sogar Friedrich Merz?
00:27:00: Dann darfst du es auch!
00:27:02: Nein und man wünscht sich fast, dass Friedrich Merz weiß das er es darf.
00:27:07: Und die Spitzenpolitiker nicht immer nur mit diesem FaceTime bewertet werden nach dem Motto guten Tag ich zahle sie ja von meinem Steuergeld.
00:27:14: wieso machen Sie denn gerade Ferien?
00:27:16: Also ich bin sehr dafür, dass Politikerinnen vielmehr auch mal offline sein dürfen und nicht immer sofort ein Mikro ins Gesicht kriegen weil du natürlich dann auch wie sollst du Synthese betreiben?
00:27:30: Wie sollst Du erstmal überlegen ob das der richtige Weg ist, wenn schon sofort wieder jemand eine Schlagzeile von dir
00:27:35: will.
00:27:35: Konrad Adenauer war das zwei Monate im Jahr?
00:27:39: Ich würde es keinen Quatsch erzählen.
00:27:40: Aber ich glaube er war zwei Monate in Kardinavia da in Norditalien.
00:27:45: Dem wurden dann, ich glaub zweimal pro Woche Akten aus Bonn gebracht.
00:27:49: Natürlich hat er gearbeitet aber ich meine für eine wunderbare Art zu arbeiten, dass du... Also wenn ich in Urlaub fahre, ich lese meine E-Mails nicht!
00:27:59: Und also genau das gleiche wie mit dem Vormittagen.
00:28:02: Ich hab am Anfang, hab ich das meinem Team gesagt und die haben gesagt, dass glauben wir dir nicht, dass du das nicht
00:28:06: machst.".
00:28:07: Ja?
00:28:07: Dann war es natürlich ein bisschen so eine Wette... Klar!
00:28:09: ...dann wusste ich jetzt darf ich's erst recht nicht.
00:28:11: Aber die wissen wenn Florence weg ist, ist sie weg.
00:28:15: Also okay man kann auf WhatsApp schreiben, wenn es nötig ist aber die erhalten sich daran weil ich sage nichts bei uns ist so dringend, dass er es nicht warten kann oder dass es nicht jemand anderes entscheiden kann.
00:28:24: Und das ist unfassbar wichtig für mich und hilft auch auf jeden Fall dabei mir, dass ich einen guten Job mache.
00:28:30: Absolut!
00:28:31: Wenn du jetzt auf die Welt gerade schaust – was also dein Buch heißt?
00:28:35: Die Zukunft steht auf dem Spiel.
00:28:37: Was würdest du sagen, steht wirklich gerade auf dem Spiel?
00:28:41: Der wichtigste Teil meiner Antwort habe ich ja noch gar nicht gesagt.
00:28:44: Du kannst nichts davon machen wenn du nicht glaubst... dass du es auch beeinflussen kannst zu was Positiven.
00:28:50: Und deswegen ist es um deiner Frage
00:28:52: drinnen,
00:28:53: genau also wenn du denkst wirklich das alles per die dann macht das kein Spaß und das glaube ich halt fundamental nicht.
00:28:59: Ich glaube oder ich weiß auch dass wir das wollte ich auch mit dem Buch vermitteln Dass man sieht okay was ist eigentlich noch der Spielraum?
00:29:05: da gibt es ja unfassbar viel Spielraum.
00:29:07: Also was steht auf dem Spiel?
00:29:09: erstens klar Klimawandel.
00:29:11: und lustigerweise, es gibt so viele Leute die sich auch mit Klima befassen die auch sagen Es ist noch einiges zu retten vielleicht nicht mehr alles und jedes aber sehr sehr vieles auf jeden Fall noch zu rettet.
00:29:21: Aber wir müssten halt handeln und zwar nicht nur jetzt sondern Das ist, glaube ich, was beim Klimawandel so anstrengend ist.
00:29:27: Dass das auch über bestimmt die nächsten zehn, zwanzig Jahre müssen wir immer weitermachen.
00:29:32: Es wird nie diesen erlösenden Moment geben wo wir sagen wie bei dem Ozone-Loch okay jetzt haben wir diese Konvention unterschrieben und jetzt wird alles besser.
00:29:38: Also Klimawandeln ganz klar.
00:29:40: dann natürlich Sicherheit also Verteidigung Europas.
00:29:44: hier ist es ein bisschen anders geartet als beim Klima.
00:29:47: wandel weil Wir haben einen Akteur Russland Der kann oder auch nicht entscheiden, dass er irgendwie Quatsch macht und uns einen Krieg an die Backe klebt.
00:29:57: Aber weil wir uns nicht sicher sein können, dass sie es nicht tun, müssen wir uns darauf vorbereiten, dass Sie's tun könnten.
00:30:03: Weil das hat dann die Abschreckungfunktionen und die Absschreckungsfunktion ist, dass es da eben nicht passiert.
00:30:08: Klassisches Beispiel von du stellst dir das Allerschlimmste vor, damit es eben nicht passiert.
00:30:13: Und das Dritte ist, vielleicht eigentlich das Interessanteste an der Sache ... Wir sind jetzt am Scheideweg für die Zukunft unserer Gesellschaft.
00:30:22: Und das ist ein sehr dickes Paket, weil es geht um ältere Gesellschaft.
00:30:28: also wie gehen wir damit um dass wir mehr Menschen haben die älter sind?
00:30:31: Wo ich auch mal sage, das ist doch toll.
00:30:33: Das wollten wir doch!
00:30:34: Plötzlich wird es als Katastrophe bezeichnet.
00:30:36: Aber wir müssen natürlich eine andere gesellschaftliche Auffassung entwickeln.
00:30:39: Wir müssen anders über Gesundheit nachdenken so... Also das ist das eine und haben wir durch KI verändert den Arbeitsmarkt.
00:30:44: Der Arbeitsmarkt verändert sich aber sowieso also auch durch die ...durch dass wir jetzt mehr Dienstleistungsgesellschaft sind weniger industriell und so.
00:30:52: Also Arbeit unnatürlich, also das Ganze was damit an hier geht.
00:30:55: ja wie wir leben?
00:30:56: Wie wir wohnen?
00:30:57: Wie arbeiten?
00:30:58: Wie essen?
00:30:59: Das kommt alles zusammen.
00:31:00: Ich bin mir sicher, dass in zwanzig Jahren ... Wenn du und ich dann in Rente gehen oder vielleicht auch noch nicht?
00:31:06: Oder
00:31:07: vielleicht
00:31:08: auch nur nicht ja!
00:31:09: Aber das ist mein Wunsch wäre, denn es ist absolut möglich, dass wir eine gesündere, glücklichere, erfüllte deutsche Gesellschaft haben mit einem Demokratiemodell.
00:31:18: Natürlich geht's immer was zu Meckern geben aber wo ein Großteil der Bevölkerung sagt Ich gucke irgendwie positiv in die nächste Zukunft, weil wir haben einiges erreicht.
00:31:28: Also das steht jetzt auf dem Spiel, weil es gibt natürlich auch das Negativbild wo ... Das will ich gar nicht zeichnen aber wo nichts davon passiert und diesem Zug dürfen wir den Anschluss nicht verpassen!
00:31:40: Genau, und der hat ja sehr stark was auch mit Selbstwirksamkeit zu tun.
00:31:44: Ich glaube Menschen gucken dann positiver in die Zukunft wenn sie das Gefühl haben ich kann auch einen Beitrag leisten dass sie besser wird als ich denke und ich glaube allein das Gefühl geradezu vermitteln aus.
00:31:54: es ist nicht total gegeben wie's wird Aber es umschließt halt, dass ihr mitmachen müsst.
00:32:01: Genau!
00:32:02: Und sozusagen das Weltuntergangsnarrativ aus ist eher alles verloren.
00:32:06: Wann ziehst du hier weg?
00:32:07: Das führt eben nicht dazu, dass man das Gefühl hat was ist mein Beitrag.
00:32:10: Dieses wann ziehst Du hier weg, das macht mich total verrückt, das höre ich immer wieder.
00:32:13: Mich auch.
00:32:14: Also die wollen nach Lateinamerika ziehen... why?
00:32:16: Das
00:32:17: hat die höchste
00:32:18: Mordrate der Welt.
00:32:19: Nein nein bleibt ruhig hier, das wird schon gut hier ja aber wir müssen's halt jetzt machen.
00:32:23: und ich glaube auch, dass ich habe sogar manchmal die Vorstellung Irgendwann eben in zwanzig oder dreißig Jahren gucken wir zurück auf diese Zeit und sagen, boah das war so intensiv.
00:32:32: Aber irgendwie war es auch gut weil es so eine Dynamik gerade freigesetzt wird.
00:32:35: Du spürst das ja!
00:32:36: Es ist nicht wie die frühen zweitausender wo alles ein bisschen bräsig war.
00:32:40: man hat sich vor sich hingemurkelt und überlegt irgendwie trinke ich jetzt noch einen Kaffee Latte?
00:32:43: Oder fahre ich jetzt irgendwie im Urlaub nach Mallorca?
00:32:47: So jetzt geht's um die Wurst
00:32:49: und es geht um die wursheit.
00:32:50: Alles hat irgendwie Bedeutung und wichtig und deswegen finde eine aufregende Zeit.
00:32:55: Du hast gerade gesagt, die gute Zukunft.
00:32:57: Weißt du was viele Politiker nicht verstehen?
00:32:59: Die mich auch fragen ja wir haben da hier mal ne gute Zukunft entwickelt in irgendeinem Stadtteil in Berlin und dann wollten die Leute das nicht.
00:33:05: Dann sag ich halt ihr aber haben die Leute denn mitgemacht bei der Formulierung?
00:33:09: Nein durften sie nicht.
00:33:10: ersten und zweitens Sie wussten noch nicht welche Rolle sie dann darinspielen.
00:33:14: woran erkennst du?
00:33:15: eine überzeugende gute Zukunft ist A die Leute.
00:33:19: es löst positive Gefühle aus Im Sinne, es kann sogar sein ungeduld.
00:33:23: Das ist cool!
00:33:23: Da will ich leben.
00:33:24: Aber ich sehe auch mich selbst in dieser Zukunft.
00:33:27: Ich weiß welche Rolle ich in der Zukunft spiele.
00:33:29: und dieser zweite Teil den wird so gern weggelassen weil das ja nervig mit Leuten zu reden aber das ist der entscheidende Teil.
00:33:36: die Leute müssen sich selber in dieser guten Zukunft sehen können.
00:33:39: Absolut also schönere Schlussworte könnte es nicht geben.
00:33:43: Florence danke dass du da warst.
00:33:45: So
00:33:45: gerne Verena.
00:33:46: Du bist wirklich eine große Inspiration.
00:33:50: Genau mir aus dem Herzen spricht dieses, ich sag immer so what a crazy time to be alive.
00:33:56: oder auch was für ein Privileg.
00:33:58: Absolut!
00:33:58: Dass wir jetzt gerade... Jetzt gerade leben dürfen und jetzt grade in unserer Lebensmitte sind mit der Erfahrung die wir schon haben.
00:34:06: also wenn ich irgendwie wählen dürfte Wenn jemand sagt du kannst dir eine Zeit aussuchen Und ich schick dich überall hin würde ich sagen Ich nehme genau diese.
00:34:13: Also in diesem Sinne mach genau weiter so und hoffentlich bis bald.
00:34:17: Danke
00:34:17: Verena Du auch Bis ganz bald
00:34:25: Ja, da hätte ich noch stundenlang weitersprechen können.
00:34:27: Aber wir sind ja fast en curious hier!
00:34:30: Denn auch das beste Gespräch braucht ja Zeit.
00:34:34: ihr braucht Zeit es in euren Alltag zu integrieren und das kam ja auch gerade gut raus.
00:34:39: Wir brauchen immer noch Zeit für uns selber.
00:34:42: Das Nordsternpapier von dem Florence grade sprach das verlinkt man natürlich in den Show Notes weil so eine Zeitung aus der Zukunft ist sicherlich für viele von euch spannend.
00:34:51: Und jetzt wünsche ich euch alles Liebe und bis bald.
00:34:59: Dieser Podcast wird produziert von Portstars bei OMR.
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