Was wirklich im Leben zählt | Stephan Schäfer
Shownotes
Verena und Lea sprechen mit Bestsellerautor Stephan Schäfer (25 letzte Sommer) über Wendepunkte im Leben, über das Spannungsfeld zwischen Karriere und Präsenz – und darüber, warum viele Menschen das Gefühl haben, im „falschen“ Leben zu stecken. Es geht um Endlichkeit, Mut zur Veränderung, um gesellschaftliche Erwartungen und um die Frage, wie man ambitioniert bleiben kann, ohne sich selbst zu verlieren.
Die Romane von Stephan:
25 letzte Sommer & Jetzt gerade ist alles gut
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Transkript anzeigen
00:00:06:
00:00:07: Ja, heute haben wir einen ganz besonderen Gast den ich schon im Book Club kennenlernen durfte.
00:00:15: nämlich Stefan Schäfer, dem Bestseller-Autor von der letzten Sommer.
00:00:20: Und Stefan ist in Witten geboren und war unter anderem Chefredakteur von schöner Wohnen, Brigitte und Essen und Trinken sowie CEO des Verlags Gruner und Jahr und der Mediengruppe RTL.
00:00:34: Mit Anfang fünftig verließ er das Mediengeschäft und begann zu schreiben.
00:00:38: Sein Debüt-Roman, der letzten Sommer steht seit über siebzig Wochen auf der Spiegelbestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und kommt zwanzig, siebenzwanzig in die Kinos.
00:00:49: Mit seiner Familie lebt er in Hamburg und an der Schlei!
00:00:52: Lieber Stefan, herzlich willkommen bei Fast & Curious.
00:00:55: Einen wunderschönen guten Morgen.
00:00:58: Einen Wunderschön, guten Morgen und ich freue mich wirklich sehr dich wiederzusehen denn das letzte Mal hatten wir ja schon das Vergnügen zwanzig vierundzwanzig in meinem Buch Club.
00:01:07: da haben wir alle zusammen dein buch vierundzwansichletzte Sommer gelesen Und da ging es ja nicht nur in dem Buchklapp, sondern auch in deinem Buch darum wie wir die Zeit, die wir haben eigentlich am besten nutzen.
00:01:19: und vielleicht damals reingestartet.
00:01:22: für diejenigen, die das noch nicht verfolgt haben.
00:01:24: Du kommst ja aus der Wirtschaft, hast eine lange Karriere, wie wir eben in einer Einleitung schon gehört haben in verschiedenen Stationen gehabt.
00:01:31: und dann zum Buchautor.
00:01:33: Wie kam dieser Schritt um das Bedürfnis schreiben zu wollen?
00:01:36: Ja also... Ich muss sagen, also erst mal schön dass ich bei euch sein darf heute morgen.
00:01:41: Das freut mich sehr und ja es ist immer so im Leben das kennt ihr alle.
00:01:46: Es schlagen immer zwei Herzen in einer Brust.
00:01:48: auf der einen Seite war ich Manager und glücklich darüber und selbst gewählt.
00:01:53: Also das war eine gute Zeit die ich hatte aber seitdem ich eigentlich jung bin hatte ich immer so zwei Träume.
00:02:00: Also, ich wollte eigentlich nach dem Abitur Buchhändler werden mit angeschlossenen Kaffee.
00:02:04: Das war glaub' ich das was ich eigentlich machen wollte als junger Mensch oder ich wollte Schriftsteller werden.
00:02:09: Jetzt wird man ja mit achtzehn Jahren nicht Schriftställer und irgendwie hat's mich auch dann mit der Buchhandlung und dem Kaffeede dachte ich immer nur, dass ist irgendwie wie ein Traum den ich mir nicht selbst erfülle und da bin ich halt irgendwie in der Mitte Journalist geworden.
00:02:22: Was ich auch gut fand.
00:02:24: Und mit Anfang fünft sich ... Nicht, dass ich jetzt dachte das ist der entscheidende Moment.
00:02:29: Wenn man fünfzig wird es war gar nicht die Zahl sondern es waren äußere Umstände und Veränderungen.
00:02:33: und so dachte ich und da komme ich vielleicht auch gleich nochmal zu.
00:02:36: Ich kann das ja noch mal rückwärtsleben sozusagen.
00:02:39: Ich kenne das was ich als junger Mensch machen wollte weil ich hatte nie studiert.
00:02:42: Ich bin sofort nach dem Abi also ich habe eigentlich von zwanzig bis fünfzig gearbeitet, dreißig Jahre und ich dachte vielleicht mache ich nochmal das was sich ganz am Anfang machen wollte nämlich eigentlich wollte ich immer Bücher schreiben
00:02:54: Und ich glaube, das kennen ja viele von uns.
00:02:56: Dass wir so Träume haben als kleine Kinder die man dann irgendwie aus den Augen verloren hat also bei mir kam es auch anders berenut.
00:03:04: Ich hatte beide glaub ich mal den Traum Schauspielerin zu werden oder so Als kleine Mädchen und dann sagen dir alle dass wirst du eh nicht.
00:03:11: Das ist sowieso ganz schwierig da kommen nur ganz wenige.
00:03:14: durchaus dem verdient man damit eigentlich nichts.
00:03:16: und Dann haben wir uns witzigerweise dann letztes Jahr mit unser Podcast-Tour auf so einer Bühne wiedergefunden und haben gemerkt, dass du auch da Geschichten erzählst.
00:03:27: Und irgendwie das anders auslebst.
00:03:28: Also plötzlich haben wir wieder Elemente so integrieren
00:03:32: können... Kürzlich waren
00:03:33: wir Schauspielerin!
00:03:35: Wir waren auf jeden Fall mal Performer oder irgendwie Entertainer in der Unterhaltungsindustrie was schon so eine Nähe hat.
00:03:43: Was ich so schwierig daran finde ist also wie wann kam es bei dir?
00:03:47: ... in den Vordergrund gedrängt hat wirklich.
00:03:51: Weil das ist ja viel, dass man es so mit sich trägt.
00:03:53: aber wann war so ein Moment wo du gemerkt hast, dass wird jetzt so vordergründig... ...dass ich mein Leben dementsprechend anpassen möchte?
00:03:59: Ja also ich kann das in einer Geschichte erzählen und im einen Moment oder einem Nachmittag wo ich wusste, jetzt ist der Zeitpunkt wenn ich darf erzähle ich das kurz Es waren im Sommer- ...und wir sind an der Ostsee In so einem Wochenendhaus, wo wir eigentlich immer zwischen Hamburg und der Ostsee pendeln seit achtzehn Jahren.
00:04:18: Und die Ferien sind da und ich bin ein, ich sozusagen am Ende meiner zweivöchigen Urlaubs.
00:04:24: Ich bin wieder auf dem Weg nach Hamburg ins Büro am Montag und eine Freundin meiner Frau kommt zu Besuch und dies Ärztin und sie sieht mich und sagt Stefan du siehst so schlecht aus.
00:04:35: Ich schreibe dich besser mal krank.
00:04:37: jetzt muss man sagen also ich war am Ende der Ferien.
00:04:39: ich selber hatte das Gefühl Also, wie das immer so ist.
00:04:42: Warum sehe ich denn jetzt schlecht aus?
00:04:45: Ich bin aufgewachsen, dass man eigentlich nicht krank ist und auch nicht jammert.
00:04:48: Und ich hatte so viel, worüber gibt es was zu jammern.
00:04:52: Gleichzeitig wusste ich ja, irgendwas scheint zu sein, dass sie sagt, ich seh nicht gut aus gerade.
00:04:57: Man will das ja nicht so wahrhaben.
00:04:59: Dann kommt mein Sohn nachmittags in die Küche und der war damals vierzehn.
00:05:03: Ich hab mit den Kindern schon alles geteilt, weil ich dachte, die Kinder, die antworten einem gut, kennen einen besser als man denkt.
00:05:10: Dann steh ich so in der Küche und sag, du Leonhard ... Zweher war gerade da.
00:05:15: Die hat gesagt, dass sich schlecht aussehen würde.
00:05:17: Hab mich eigentlich in den letzten Jahren verändert?
00:05:20: Und dann sagt mein Sohn, während er Brote schmiert wie das ist.
00:05:24: Jungs schmieren ja immer Brote im Alter.
00:05:26: Er sagte eher, du Papa, du warst früher der lustigste Papa von allen.
00:05:31: Du bist überhaupt nicht mehr lustig.
00:05:34: Es war so unfassbar bei dem Moment, weil ich dachte ... Ja, ich hab mich immer als lustig empfunden.
00:05:38: Und ich dachte immer, dass ich fröhlich bin und in der Sekunde wusste ich genau was er meint.
00:05:44: Ich hatte so Leichtigkeit irgendwie verloren.
00:05:46: Dass mein Sohn das auf den Punkt brachtet, dann sag ich so, woran merkst du das denn?
00:05:51: Also, dass sich nicht mehr fröhlig bin.
00:05:53: Sag da, Papa wenn man mit dir redet, du gibst dir wirklich Mühe aber du guckst oft mit so einem gläsernen Blick.
00:05:59: also man redet mit dir und du bist mit den Gedanken ganz oft woanders.
00:06:03: Da ist eine Wand zwischen uns und dir Obwohl du die Mühe gibst, bis du oft geistig abwesend, obwohl du einen anguckst.
00:06:11: Und gestern Abend waren wir Pizza essen und dann sagst du ... Du musst noch die Parkour umstellen.
00:06:17: Mama und Ada und ich wussten doch alle, dass du nur telefonierst so.
00:06:22: Dann dachte ich das ist unfassbar, weil es war gewesen.
00:06:25: Ich hab Bücher vorgelesen und kenn den Inhalt nicht, weil ich im Kopf was anderes gemacht habe.
00:06:30: Die ganze Harry Potter gelesen ohne selbst zu wissen, worum's ging, war immer mit dem Kopf woanders.
00:06:36: Und dann habe ich gesagt, das tut mir leid für dich.
00:06:39: Dann hat er gesagt, dass musst du nicht für mich leid tun und es tut mir für dich
00:06:42: leid.".
00:06:43: Ja?
00:06:43: Und dann hatte ich den Moment, dass ich dachte durch jetzt... Ich muss was ändern weil ich dachte wenn ich jetzt weitermache, kann das nicht ändern.
00:06:50: Wenn man so einen Job hat, so eine Verantwortung, dann war ich auch immer... Ich bin früh aufgestanden, das hab' ich ernst genommen.
00:06:55: Ich wollte das gut machen!
00:06:56: Ich hatte ne Verantwortung ja und ich hatte dem viel untergeordnet.
00:07:01: Ich möchte wieder irgendwie, wenn ich lustiger und freier werden kann.
00:07:05: Und meine Kinder finden das gut.
00:07:07: Das war für mich die größtmögliche Motivation, weil irgendwie braucht man ja einen Grund, warum man sich diesen... Warum man das tut?
00:07:13: Ja!
00:07:14: Und ehrlich gesagt, meine Kinder wurden immer gefragt was macht Papa beruflich?
00:07:19: dann haben sie gesagt der telefoniert?
00:07:22: und dann dachte ich ach was mich am meisten motiviert hat ist Weil Kindern muss man ja nichts beibringen, die gucken sich eigentlich alles ab.
00:07:29: Vielleicht Zähne putzen und ausgeschlafen ist auch besser als müde.
00:07:32: Aber ich dachte, ich zeig Ihnen noch mal, dass man mit fünfzig auch was anderes machen kann.
00:07:35: Dass man so neu beginnt ... Dass man auch Sorgen davor hat, neu zu beginnen.
00:07:40: Dass Man Sachen hinweglässt, die vielleicht ganz toll war.
00:07:43: Und Erika hat mich das am meisten motiviert.
00:07:46: Dass Kinder nicht nur denken, Papa ist so stringent Sag mal, aber wegen mir hättest du es nicht machen müssen.
00:07:56: Ja?
00:07:57: Und das war für mich motivierend einfach mal zu gucken, weil ich hatte auch Angst davor den Weg zu wechseln.
00:08:03: Ich hatte auch Sorge ob das klappt und wie das dann wird.
00:08:06: ja selbst wenn ich privilegierter war natürlich in ganz vielen Situationen.
00:08:10: Aber heute würden meine Kinder glaube ich sagen dass ich wieder lustiger bin und ich alleine dafür hat's schon gereicht.
00:08:17: Ja schön, da hat man richtigen Klos im Hals Weil wie du sagst, man gestätet sich ja dann selber nicht ein.
00:08:25: Man merkt es irgendwie aber man sagt ich kann's jetzt eigentlich auch nicht ändern und erst wenn dann es so klar wird stellt man fest, eigentlich kann ichs ja ändern.
00:08:33: Die Frage ist ob ich das will?
00:08:35: In dem Buch «Fünfundzwanzig letzte Sommer» ist der Hauptprotagonist der Kartoffelbauer Karl, der sehr ungestresst, sehr bewusst durchs Leben geht, Mittagsschlaf macht einen wenig durchgetakteten Tag hat Das Essen total genießt, wenn das ist.
00:08:51: Der hätte sich an jede Seite von Harry Potter erinnert und da steht natürlich in starken Widerspruch zu dem Alltag den die meisten von uns haben.
00:09:00: Jetzt ist es ja schwarz-weiß, wenn man sagt ich habe entweder dieses Leben wie du es eben beschrieben hast aus durchgetaktet viel Telefon oder ich bin Kartoffelbauer Karl.
00:09:08: aber es muss auch grau geben weil die meisten können nicht zu jedem Zeitpunkt sagen okay dann lass jetzt alle stehen und liegen und ender komplett die Spur.
00:09:17: Was kann man sich trotz vollem Kalender von Karl abschauen?
00:09:21: Ach du, das ist ja immer diese Frage.
00:09:23: Ich glaube, das kennt auch jeder von uns.
00:09:25: leer wenn du gerade auf Mallorca bist oder so.
00:09:28: und dann fährt der Fischer raus und man denkt vielleicht hat er das bessere Leben.
00:09:32: Der fährt einfach raus und macht seine Fische.
00:09:34: Und ich finde, dass ich wollte dieses Buch einfach schreiben.
00:09:36: Weil ich finde jeder hat ja so diese beiden Seitenlebig in der Stadt lebe ich auf dem Land mache ich zu viel mach ich zu wenig.
00:09:42: und übrigens auch bei den Kartoffelbauern Karl gibt es ja ganz viele Sachen die dann nicht funktionieren.
00:09:46: mit zum entschleunigten Leben Ja also da gibt's ja auch.
00:09:49: Ich wollte nur diesen diesen was immer in uns ist dieses Abwägen.
00:09:54: wie Marichs Ehrlich gesagt, ich hab ja keinen Ratgeber geschrieben.
00:09:59: Weil ich nicht sagen kann, zehn Wege zum Glück und zehn wege zur Entschleunigung.
00:10:04: Ich weiß das ja selber nicht wie es so funktioniert was ich mich natürlich im Nachhinein dann doch ein Tick mehr frag.
00:10:11: aber das merkt man oft nicht wenn man drin ist.
00:10:14: Ich hätte zu viel mehr Dinge nein sagen sollen.
00:10:17: also ich glaube ich war immer anwesend und präsent und im nachhineinen muss ich sagen ich glaub ich hätte mich mehr darauf konzentrieren sollen was wirklich wichtig ist Also wo ich einen Beitrag leisten kann in einem Unternehmen, der vielleicht den Unterschied macht.
00:10:30: Ich glaube, ich habe zu viele Sachen mich darum gekümmert weil ich dachte das ist eine Verpflichtung die ich erfüllen muss aber war zu viel Zeit verbracht mit Dingen die gar nicht wichtig waren ob ich dabei gewesen wäre oder nicht.
00:10:40: und man hat ein schlechtes Gewissen wenn man abends nicht auf die Eröffnung geht Wenn man an der Konferenz nicht teilnimmt.
00:10:45: Man denkt man is doch der Chef Ja?
00:10:47: Ich glaube dann traut man sich nicht zu sagen nur ob ich da bei bin oder nicht.
00:10:50: Das ist vollkommen zweitrangig.
00:10:52: Aber ich muss die Punkte finden in denen ich einen Unterschied machen kann, in dem ich vielleicht was beitragen kann wo ich gut bin und das rechtfertigt.
00:11:01: Und ich glaube dass sich nicht sorgsam war mit den Dingen und mit mir selber aus dem Moment selbst wenn man der Chef ist weil man denkt es steht einem nicht zu Man ist selterschwer.
00:11:11: also Ich war sehr streng mit mir muss ich sagen und ich hatte das Gefühl ich wusste gar nicht warum ich so nachhinein weiß ich gar nicht Warum ich nicht warum mich so streng sein muss Und das ist heute auch interessant, wenn ich mit meinem Buch unterwegs bin und rede.
00:11:24: Und so dann sagen die Leute immer ach man hätte sich den Chef von Gronau der RTL ganz anders vorgestellt.
00:11:29: Dann sage ich mal wir habt ihr euch den denn vorgestellt?
00:11:31: Dann sagen sie ja so irgendwie so.
00:11:33: da muss man ja so... Also die denken immer als Chef muss man Arschloch sein oder man muss harte Entscheidungen treffen oder man muß blöd sein.
00:11:40: und ich hatte das Gefühl das menschliche oder dass ich auch oft nicht weiß, wie es genau jetzt die Antwort ist.
00:11:47: Dass ich oft auch nicht wusste, wie macht man's jetzt genau?
00:11:50: Ich glaube, ich hätte da viel großzügiger sein sollen und dann hätte ich das Gespräch mit meinem Sohn noch nicht geführt weil er hätte gedacht, der hat diese Balance zwischen... Es macht ja auch Spaß was auf die Beine zu stellen!
00:12:02: Es macht Spaß neugierig zu sein.
00:12:04: Ja, ich könnte nicht auf dem Land nichts tun.
00:12:06: Das wäre viel zu wenig für mich in mir.
00:12:09: aber sozusagen warum muss das Pendel gleich in die andere Richtung so ausschlagen.
00:12:14: Und ich glaube, dass ich heute ... Ich glaube, wenn ich noch mal gefragt würde, was ich nicht mehr möchte, glaub' ich, aber ich füste genau wie viel ... Ich wüsste genau, dass sich viele Erwachsene antworten würden und würde als viele Erwachsener angehen.
00:12:28: Aber das merkt man dann oft erst später.
00:12:30: Ich hab keinen Ratgeber geschrieben.
00:12:32: Aber ich würde liebevoller und sorgster mit mir selber sein.
00:12:36: Dadurch wäre auch hoffentlich ein besserer Chef gewesen.
00:12:39: weil ich glaube, wenn ich das Vorbild gewesen wäre für vieles.
00:12:42: Und es heißt ja nicht, dass ich Teilzeitarbeiter oder Sebetical-Nähmers hätte alles machen können aber im tagtäglichen zu zeigen, dass das geht und ich muss nicht um... Ich bin um vierhundert aufgestanden, habe um vier hundert Meils beantwortet.
00:12:56: heute würde ich sagen hey man macht doch nicht auf und lässt Hundertfünfzig Leute in seiner Haustür.
00:13:00: die haben irgendwas erzählen von gestern.
00:13:02: damit würde den Tag anders beginnen.
00:13:05: also ich würde Regeln schaffen die mich selbst befreien.
00:13:08: Und ich hab's nicht gemacht, weil ich dachte, ich bin ja der Chef.
00:13:12: Das gehört sich nicht, dass ich die Erste bin, der sich sozusagen weggduckt und das finde ich irgendwie blöd, dass man denkt ... Also, ich war zu streng mit mir.
00:13:23: Dass man sich selber diese Erlaubnis nicht gibt?
00:13:26: Die gibt
00:13:26: man sich
00:13:26: nicht!
00:13:28: Nee, genau.
00:13:28: Und die aus eigener Regelwerk so erfüllen möchte... Obwohl es teilweise die anderen noch nicht mal von einem erwarten, sondern das wirklich so die eigenen Regeln an sich selber sind.
00:13:37: Exakt!
00:13:37: Ich glaube, die anderen würden sogar gut finden wenn du sagen würdest ich mach' das vor und bin nicht dabei weil ich ehrlich gesagt ihr
00:13:42: macht's doch selber.
00:13:43: Wenn du ein anderes Vorbild lebst?
00:13:44: Ja, ihr macht das doch selber gut.
00:13:46: In wie vielen Konferenzen habe ich gesessen wo ich dachte in den Leuten die da am Tisch sitzen die wissen dass alles besser als ich die können das besser.
00:13:52: das sind Fachleute auf ihrem Gebiet.
00:13:54: also warum bin ich eigentlich dabei?
00:13:56: ja vielleicht hätte ich in der Stunde was anderes machen können.
00:14:00: Um uns ist es ja auch gut.
00:14:01: Ich habe immerhin gedacht, dass Wasser darf an mir immer bis hier stehen aber nie bis hier.
00:14:05: Ich frage mich das doch oft in der Politik wenn ich das sehe was haben die für Entscheidungen
00:14:08: zu treffen?
00:14:09: Was haben sie für große?
00:14:11: und wenn man immer übermüdet ist... Man weiß ja selber, wer man immer erschöpft ist oder müde.
00:14:15: Ja, man ist anfälliger für Stimmung.
00:14:18: Man merkt dir, also man ist viel sentimentaler, ja man ist reizbarer so.
00:14:24: Also ich glaube so ein wacher ausgeruhter Geist, den ich ja jetzt habe durch mein neues Leben.
00:14:29: Das ist schon angenehm im Kopf klarer zu
00:14:31: sein.".
00:14:32: Ja, ich kann da ganz viel mit anfangen.
00:14:34: es für mich ein total aktuelles Thema oder auch schon seit langem.
00:14:38: bei mir hat das angefangen weil eine Freundin ganz früh ganz stark erkrankt ist und dadurch bei mir sich unglaublich viel verändert hat in meiner Entscheidungsfindung.
00:14:48: Ich jetzt auch, ja wir bauen auf Mallorca.
00:14:50: So ich hab ziemlich viel rausgeschmissen aus meinem Leben.
00:14:53: aber als Unternehmerin so wie du es auch beschreibst ist man natürlich auch eine Person die ist sehr begeisterungsfähig die macht viele Sachen.
00:14:58: das ist auch toll.
00:14:59: dass gibt einem Energiees gibt einem Freude und ich finde das unglaublich schwer immer wieder einzuchecken mit sich selber und die Balance immer wieder zu finden zwischen dem was einem auch wahnsinnig viel gibt was auch Energie gibt und Schaffenskraft und Selbstwertgefühl und all das Und gleichzeitig dem Präsenz sein und dem.
00:15:21: gestern haben die Kids um zehn Uhr abends gesagt, Mama können wir noch Kicker spielen.
00:15:25: Also mit mir.
00:15:26: Ich dachte ich bin müde es ist zehn und irgendwie kickern mag ich sowieso nicht gerne, bin ich total schlecht?
00:15:31: Und ich hab so gedacht ne also ja machen wir Ja wir spielen jetzt Kicker und dann meinten sie danach und jetzt noch dat habe ich gesagt okay Dann spielen wir jetzt noch tat genau aus diesem selben Grund.
00:15:41: und ich kann aber total verstehen Das eine ist, du machst es so angestrengt weil du auch noch ne gute Mutter sein möchtest und das andere ist Du machst es und lässt sich dann wirklich auf den Moment ein.
00:15:52: Und ich muss mich da aber richtig aktiv zu entscheiden dass ich jetzt das in der einen Energie oder der anderen Energie mache.
00:16:02: Ist es bei dir anders?
00:16:04: Würdest du sagen deine also hast du auch nog diese Balance sozusagen laufen zu treffen und diese Schwankungen dass du zurückfällst, sag ich mal.
00:16:15: In die Art und Weise wie du vorher gearbeitet hast?
00:16:18: Oder würdest du sagen, du bist wirklich in einem neuen Leben, in einer neuen Haltung ... im neuen Gefühl zu was ein gutes Leben sein sollte angekommen?
00:16:29: Das ist eine gute Frage und alles was du sagst kann ich unterschreiben.
00:16:31: weißt du, ich glaube manchmal also viele Leute hätten ja Angst vor diesem Gespräch wenn man ganz schnell in so ne Art von Kalenderleben kommt Kappe dir, genieße den Tag.
00:16:41: Das wissen wir ja alles!
00:16:43: Ja alle kennen das.
00:16:45: Man lebt nur einmal.
00:16:46: Da schlafen
00:16:47: kannst du mit dem Tod bist?
00:16:49: Ich glaube trotzdem in der Umsetzung ist er der Teufel.
00:16:53: In der Umsassung...das ist ja das Schwierige.
00:16:55: Wir wissen das ja alle.
00:16:57: aber die Umsetzung ließ halt wirklich schwierig so und ich glaube ich wüsste gar nicht wenn ich mich beschreiben würde wer ich jetzt bin habe ich das Gefühl ich bin so viele.
00:17:07: Es gibt Tage, wo ich aufwache und hab's vollkommen im Griff.
00:17:09: Und es gibt Tage , wo ich das überhaupt nicht im Griff habe.
00:17:12: Ich glaub' ich inzwischen für mich gelernt, dass ich gar nichts sagen kann sozusagen... ...ich bin nicht so stringent!
00:17:18: Ich glaube', ich versuche mir Mühe zu geben, dass es immer besser wird für mich selber, weil ich mich selber damit wohlfühle.
00:17:27: Also ich merke wie man trainieren kann mit Sportart oder Musikinstrumenten.
00:17:30: Ich kann meinen lebenden Perspektivwechsel geben nur durch die Konzentration oder das Bewusstsein, dass es so ist.
00:17:38: Und weißt du vor kurzem wie du mit deinen Kindern gestern Abend mit dem Kicker?
00:17:41: Ich hatte noch so einen Moment und ich dachte da steckt dir alles drin!
00:17:46: Vor kurzem hat meine Tochter mich gefragt, ob ich mit ihr zum Friseur fahre.
00:17:52: Also erstens wäre ich früher nie da gewesen nachmittags um Friseure muss ich einfach sagen auch nicht schlimm war halt nicht da und ich hätte glaube wenn sie mich gefragt hätte So, dann hätte ich glaube ich das Auto genommen.
00:18:05: Wir werden zum Friseur gefahren und ich hätte sie rausgelassen.
00:18:07: Dann hätte ich einen Parkplatz gesucht, hätte ein Kaffee getrunken oder draußen telefoniert... ...und dann hätt ich sie wieder abgeholt oder so.
00:18:13: Ich hätte aber den Moment überhaupt nicht mitbekommen!
00:18:15: Und wisst ihr?
00:18:16: Dieses Mal haben wir die... Also ich weiß gar nicht wie es passiert ist.
00:18:19: Ist wie gestern Abend mit dem Kicker.
00:18:20: Wir haben die Fahrräder ausm Keller geholt.. ..und ich bin meiner Tochter mit dem Fahrrad in Hamburg zum Frisör gefahren.
00:18:26: Das ist gewesen wie's gewesen ist.
00:18:28: was soll ich
00:18:29: sagen?!
00:18:29: Und plötzlich dachte ich weißt du.... Eine Tochter, ich habe noch einen Sohn und die will mit mir zum Friseur.
00:18:37: Und das ist nicht das erste was mir passieren kann heute weil vielleicht fragt sie mich zum letzten Mal in ihrem Leben ob ich mit ihr zum Frisör fahre?
00:18:44: Vielleicht werde ich nie wieder mit ihr zu Friseurs fahren, vielleicht fragts sie mich nochmal!
00:18:49: Ich dachte was ist es schön dass ich ein Kind habe mit der ich durch die Stadt radel und mit mir zur Friseure geht Und dann saß ich mit ihr beim Friseur.
00:18:56: und ihr wisst, in dem Alter ist jetzt so viel länger oder so viel ... das ist lebensentscheidend.
00:19:00: Ganz
00:19:01: entscheidend!
00:19:01: Da geht es um richtig
00:19:02: fast.
00:19:03: Ich glaube, ich hätte den Moment früher überhaupt nicht gesehen.
00:19:08: Dann habe ich gedacht, dass ist doch alles.
00:19:10: Ja?
00:19:10: Ich darf mit meinem Kind hier sitzen, ich darf sehen wie dieses Kind groß wird.
00:19:15: Irgendwie ist ja jede Situation auch wieder ein kleiner Abschied der Kindheit und des gemeinsamen Seins.
00:19:21: Das hätte ich früher nicht gesehen.
00:19:23: Und genauso wie du mit dem Kicker oder Verena, mit dem anderen.
00:19:26: Ich glaube, komischerweise werde ich immer gefragt, wie man es macht?
00:19:31: Ich kann's nicht sagen!
00:19:33: Oft ist es wirklich eine Frage der Konzentration, ob man sich selber darauf konzentriert bewusst zu merken, wie viel Schönheit in einzelnen Momenten steckt.
00:19:41: Ich bin ja nicht den Jakobs weggegangen und habe nicht hingeschmissen und gesagt, ich werd morgen Kartoffelbauer.
00:19:45: Ich hab gar keine Sehnsucht nach dem großen Neuanfang.
00:19:50: Ich hab das Gefühl, ich muss es irgendwie im tagtäglichen hinkriegen und es macht einfach ... Und es ist ein schönes Gefühl mit sich selber im Kopf klarer zu sein.
00:20:00: Ruhiger!
00:20:01: Das ist einfach angenehm.
00:20:03: Präsenter?
00:20:04: Ja.
00:20:04: Und ich glaub dass ich's im Alter auch besser hinkregen muss weil ich wollte nicht alt sein und irgendwann merken, dass ich den Punkt verschlafen habe damit zu beginnen mir darüber Gedanken zu machen.
00:20:14: Es macht mir Spaß mehr darüber Gedanken so machen wie ich lebe wie ich meine Zeit verbringe mit wem ich sie verbringere.
00:20:19: Halt dich für eine sehr wichtige Frage.
00:20:22: Nein, und ich glaube es ist wie du sagst man hat so ne solche Tage.
00:20:25: also an manchen Tagen kriegt man's hin und dann is man voll in der Situation an anderen nicht.
00:20:31: wenn ich jetzt so mir überlege das hier uns Menschen zuhören und sagen genau so gehts mir ja Ich habe das Gefühl ich bin nicht richtig da Es rauscht alles so an mir vorbei.
00:20:39: Jetzt ist schon wieder Ende Februar Das Jahr hat eigentlich noch gar nicht angefangen Und ist es schon wieder zu einem sechste rum.
00:20:44: Dann ist es natürlich Weil du am Anfang von einer Angst sprachst aus, wenn man dann sagt ich muss jetzt was ändern.
00:20:50: Hat man ja auch Angst?
00:20:51: Weil das, was man bisher gemacht hat, das konnte man sehr gut also nicht nur inhaltlich sondern da wusste man wie das Leben aussieht.
00:20:57: Jetzt ist es ja wesentlich weniger mutig Aus der Situation von uns dreien zu sagen Ich muss etwas ändern wo eine finanzielle Sicherheit da ist Wo man auf einem hohen Podest abspringt wo man auch weiß selbst wenn ich mich mal ein Jahr rausnehme Dann komme ich danach wieder und alle freuen sich.
00:21:12: Das ist ja nun absolut nicht die Lebensrealität von sehr vielen Menschen.
00:21:16: D.h.,
00:21:17: was würdest du Menschen sagen, die eigentlich wissen dass sie etwas ändern müssen?
00:21:23: Aber die einfach Angst vor den Konsequenzen haben weil sie eben nicht weich fallen sondern wissen wenn das jetzt nicht sitzt, dass sich was ändert dann habe ich wohl wirklich alles kaputt gemacht.
00:21:34: Das ist echt...das ist die entscheidende und gute Frage.
00:21:36: aber wenn ich jetzt unterwegs bin auf Lesereisen Das ist wirklich so erstaunlich, weil du sitzt dir danach in meinem Tisch und signierst die Bücher.
00:21:46: Und wisst ihr was die meistgestellte Satz ist?
00:21:48: Ich bin Verena oder ich bin Lea... ...und ich bin Krankenschwester und ich will es gar nicht sein!
00:21:53: Oder ich bin Peter und ich bin da und ich willst gar nichts sein!
00:21:56: Und das sagt jeder Zweite.
00:21:59: Und ich sitze dann da und... Wisst ihr etwas so Erstaunliches?
00:22:03: Man denkt immer wie viele Menschen das Gefühl haben dass sie im falschen Leben stecken.
00:22:07: Ja vor kurzem war eine Frau bei mir Das war irre, der gesagt hat, seitdem mein Mann tot ist fühle ich mich zum ersten Mal frei.
00:22:14: Ich wollte nie mit dem zusammen sammeln und dann sitzt du da und hast vielleicht eine Sekunde weil danach andere Leute auch signieren wollen.
00:22:20: Du hast gar keine Zeit darauf einzugehen!
00:22:23: Und dann denke ich immer irre in wie viele Menschen dieser Wunsch steckt nach Veränderung dem falschen Leben zu sein.
00:22:29: Und dann sagen sie mir das, weil Sie natürlich denken durch meinen Buch ich wüsste jetzt wie das funktioniert
00:22:34: und bist du jetzt der Experte?
00:22:35: Ich bin jetzt der Expert.
00:22:37: und dann fragen Sie wir würden Sie es denn jetzt machen?
00:22:40: Dann habe ich eine Minute mit denen oder zwanzig Sekunden.
00:22:43: und inzwischen sage ich wissen Sie, ich kann Ihnen das nicht sagen!
00:22:46: Ich kann Ihnen dass nichts sagen, weil ich kenne Ihre Situation nicht, ich kennen Sie persönlich nicht.
00:22:50: Das hängt ganz viel mit finanzieller Unsicherheit mit materiellen Dingen zu tun.
00:22:55: ja Also wenn ich den jetzt sagen würde, wissen Sie, springen sie.
00:22:58: Das wird super!
00:22:59: Ja?
00:22:59: Würde ich denken...
00:23:01: Schmeißen Sie alles hin
00:23:02: und machen Sie alles
00:23:04: anders.
00:23:04: Du kennst die Kompetenzen nicht.
00:23:05: Die finanzielle
00:23:06: Situation ist gar nichts mehr.
00:23:06: Da gibt es tausend Ängste.
00:23:08: Hat man die Familie, da hat man jemand dabei.
00:23:11: Ich sage mal wissen Sie was müssen Sie leider für sich entscheiden?
00:23:15: Ich kann Ihnen nur sagen, ich glaube seine Träume zu beerdigen würde ich auch nicht machen.
00:23:20: Nee, und ich sag immer ... dir wird keiner am Ende des Lebens eine Medaille geben.
00:23:25: Dass du irgendwas durchgehalten hast, dass du im falschen Leben stecktest
00:23:29: usw.,
00:23:29: also dieses Gefühl von ... Aber ich kann's doch jetzt nicht anders machen!
00:23:33: Was sagt denn dann der oder wie geht das aus?
00:23:36: Man sich als Ende seines Lebens biebt, dann sagt man warum hab' ich es nicht einfach gemacht.
00:23:40: Am Ende wärs eigentlich eh egal
00:23:42: gewesen.".
00:23:42: Ja genau.
00:23:43: Und das ist ja immer so.
00:23:45: Das wisst ihr auch Leute die... Also oft ist es ja ... Ich wollte nie das Gefühl haben Mein Leben ist irgendwann zu Ende, das wird ja so kommen.
00:23:53: Und ich führe dann die Gespräche, die ich hätte führen sollen zur Lebzeit und ich lebe dann das Leben, was ich hätte zu Lebzeiten leben wollen.
00:24:00: Ich glaube es kann einem wirklich passieren dass man sich ganz spät noch mal öffnet für all die Dinge Es aber dann einfach in vielen zu spät ist.
00:24:08: Was mich wirklich erstaunt ist, dass so viele Menschen das Gefühl haben, dass das Leben nicht ihres ist.
00:24:14: Ja?
00:24:15: Ist auch der hauptgefälte Satz Warum lebe ich nicht das Leben was ich leben möchte?
00:24:20: warum bin nicht so fremd?
00:24:21: bestimmt und natürlich ist man teile an der gesellschaft man ist teil einer verpflichtung man muss mitte bezahlen alles.
00:24:26: oft ist auch die geld frage die erste die gestellt wird wie soll ich mir das leisten?
00:24:29: dann möchte ich gar
00:24:30: nicht sagen verständlich total
00:24:32: verständig dann könnte ich ja sagen du vielleicht hat man auch zu viele sachen die man vielleicht auch nicht bräuchte vielleicht war man früher als junger mensch bei interrail.
00:24:39: vielleicht waren es die schönsten ferien die man je hatte.
00:24:43: Als man mit dem rucksack gefahren ist nur baguette und tunflisch gegessen hat.
00:24:46: das war auch nicht schlecht muss man sagen.
00:24:49: Das sage ich natürlich nicht, weil ich auch privilegierter bin.
00:24:53: Aber das ist die große Frage, wie man das findet und übrigens nicht jeder findet, wie wir einen Job der einem Spaß macht oder wo die Leidenschaft drin steckt.
00:25:02: Es gibt auch Sachen, die einfach gemacht werden müssen im Leben.
00:25:06: Total!
00:25:08: Das scheint ein großes Thema und ich frage mich natürlich immer warum meine Bücher so Erfolg haben frag ich mich natürlich auch.
00:25:15: Ich glaube, falls einfach in so vielen steckt und in dieser digitalisierten Welt mit all diesen Dingen drumherum ist es schätzlich mal noch ein Beschleuniger, weil man sich noch entfremdeter und überfordert da
00:25:25: fühlt.".
00:25:26: Ja... Es ist absolut so!
00:25:28: Und ich meine wir reden und ich diskutieren das auch viel, weil ich finde schon wenn man sich selber dafür mit beschäftigt, auch schon einige Schicksalsschläge im Leben hatte und so dann wird das alles klarer?
00:25:38: Dann wird die Endlichkeit sozusagen nicht mehr so beängstigend, sondern man akzeptiert irgendwann das es ist und dass man keine zweite Chance bekommt auf den Leben noch mal.
00:25:48: Und wenn ich jetzt in dem Fahrwasser weiter überlege, würde ich wahrscheinlich teilweise für mein eigenes Leben noch radikalere Reduktionen und Schnitte vollziehen.
00:26:06: Dann gibt's aber immer den Teil ... Wir spüren jetzt, wir stark.
00:26:11: Also Verena kann ich das sagen weil wir da einfach viel darüber sprechen.
00:26:14: ist dieser Teil auch der gesellschaftlichen Verantwortung also so was erwartet man von sich selber was man auch einbringt in so eine Gesellschaft?
00:26:21: wie sehr darf man sich in Anführungszeichen rausziehen als ich habe Freunde die zum Beispiel jetzt so Privatiers geworden sind ja und dann merke ich dass mich das auf jeden Fall triggert.
00:26:32: Also, ich merke da, dass mir das nicht erlauben würde privat hier zu sein selbst wenn ich es mir leisten könnte.
00:26:38: Und dass ich so denke was?
00:26:39: Du hast so viel zu geben du hast so viele Kompetenzen.
00:26:41: Das ist doch auch eine Verantwortung die der Gesellschaft irgendwie zur verfügung zu stellen.
00:26:47: Wie gehst du damit um mit diesem Mit dieser ambivalenz zwischen Was für mich und mein eigenes lebensinnvoll und gesund auch irgendwie ist?
00:26:56: ein nachhaltiger Ist vielleicht nicht das was Für die gesellschaft bestmöglich wäre.
00:27:03: Also vielleicht würden sehr viele Menschen davon profitieren, wenn du ein Buch jedes Jahr raushauen würdest, weil viele das so fühlen würden?
00:27:13: Du würdest viele mitnehmen und das wär aber nicht gar nicht das wie du's leben möchtest.
00:27:17: also... Wie gehst du mit dieser Ambivalenz um oder spürst du die überhaupt?
00:27:23: Absolut top!
00:27:25: Ihr merkt schon ich... Also erstens zum ersten Teil wollte ich gerade noch mal sagen was glaube ich immer ein guter Tipp ist, das eigentlich aus seinem Leben zu verbannen.
00:27:33: Das Wort eigentlich solltig und eigentlich müsste ich mal... Und irgendwie?
00:27:37: ...und irgendwie.
00:27:37: Ich glaube, wenn man das schonmal schafft, das Wort eigentlich zu verbannen, weil es, glaube ich, eigentlich muss man rausnehmen und dann zu gucken, was im Kern bleibt, wenn er das Wort mal wegnimmt.
00:27:46: Was hindert einen eigentlich daran, dass eigentlich wegzunehmen.
00:27:49: Und das zweite ist Lea oder Irina, was du fragst.
00:27:52: Das habe ich auch sehr stark, weil ich lebe mein Leben und ich schreibe meine Bücher.
00:27:57: Also ich bin sonst nicht engagiert!
00:27:59: Ja, also ich mach nichts anderes.
00:28:01: Und ich muss sagen... Als ich raus bin aus dem Job habe ich sofort geguckt wo ich helfen könnte.
00:28:06: Ich wollte in den Hospiz anfangen.
00:28:09: Also auch all diese Dinge anfangen und ich hab das Gefühl dass ich mich im Moment nicht in der Lage darf zu fühle weil ich glaube also zwei Sachen ich glaube man trifft ja selber viel weniger Entscheidungen als man denkt.
00:28:22: Also ich bin der großen Weltpolitik ausgeliefert und ich kann den Krieg nicht beenden Das Rentensystem nicht reformieren.
00:28:29: Ich habe das Gefühl, dass ich kann mich jetzt jeden Tag das hören aber ich kann es ja nicht verändern weil auch wenn ich mir anhöre ich kanns nicht verendern mein Radius ist ja ziemlich klein.
00:28:40: ich kann zu meinen Kindern morgens net guten morgen sagen meine frauen t machen also ich mein radios ist sehr relativ klein von Dingen die ich beeinflussen kann.
00:28:48: Und ehrlich gesagt, wenn ich das Gefühl habe.
00:28:50: Ich bin zu meiner Familie, zu meinen Freunden und der Frau bei der Edeka Kasse also all da wo ich funktioniere mit euch heute Morgen mit meinen Büchern.
00:28:58: Da versuche ich irgendwie ordentlich zu sein oder so ein Mensch dass man denkt auch das war doch gut.
00:29:03: mit dem jetzt die zehn Minuten die ich kennengelernt habe und ich war freundlich zu denen ja wie mit euch Heute morgen dann ist er schon glaube ich auch hier einen Beitrag weil wenn man mich getroffen hat hoffentlich sagt die Frau einer Edeka kasse der war aber freundlicher zu mir.
00:29:18: Und übrigens, auch da muss man sich drauf konzentrieren.
00:29:21: Und bist dir so nach dreißig Jahren diesem Leben im Management und in dem Journalismus ... Ich möchte sagen, ich hab manchmal das Gefühl, ich habe gestern das zu jemandem gesagt, der mich gefragt hat, ob ich mitmache?
00:29:31: Gestern noch!
00:29:31: Und ich fand die Aktion wirklich toll.
00:29:33: Ich bin momentan kein Anführer mehr.
00:29:36: Ich hab das Gefühl... Ich hab die Energie nicht viele Menschen immer wieder neu zu begeistern, mitzunehmen.
00:29:45: Und ich hab dann manchmal genau wie ihr ein schlechtes Gewissen, dass ich denke Menschen macht es doch jetzt mal und dann merk' ich.
00:29:50: Ich will's eigentlich nicht!
00:29:51: Und ich möchte aber auch kein schlechtes gewissen haben weil ich gerade die Kraft nicht habe oder die Lust zu habe andere Menschen wieder mitzureißen so motivieren zu tun.
00:30:01: und deswegen habe ich mich glaube ich so runter auf das Umfeld dem ich tagtäglich begegne.
00:30:06: ja da sich da irgendwie unter tust du auch was Gutes wenn deine Nachbarn sagen das ist irgendwie netter Typ wenn ich den im Hausflur treffe Aber ich kann das große ganze Rad.
00:30:14: Momentan könnte ich es nicht drehen.
00:30:16: Und es würde mich ehrlich gesagt komischerweise auch nicht interessieren, dass ich dann Beitrag leiste und da bin ich großzügiger geworden mit mir selber ohne schlechtes Gewissen zu haben.
00:30:24: Ich bin ein Fünfzig!
00:30:26: Wenn's dann wieder kommt, das ich's wieder machen möchte, dann werde ich's spüren... ...und dann werd' ichs
00:30:31: tun.".
00:30:33: Ja, und es ist auch ganz häufig so, dass diese Stimmen die man im Kopf hat nach dem Motto Ach Stefan, geh doch hier mal voran oder mach doch hier mit.
00:30:43: Du begeisterst doch immer so viele und wenn du dabei bist dann machen auch wieder ganz viel andere mit ist natürlich auch ein Abgeben von Verantwortung von anderen und draufladen auf dich also oder auf einen selbst dass man ebenso merkt es ist ja auch einfach den Menschen die gerne und auch gut vorangehen immer wieder zu sagen macht das mal noch mehr Weil dann kann ich mich da so dranhängen.
00:31:07: Und ich glaube, dass diese Zeit in der wir gerade leben, die muss jetzt gar nicht eine sein von das jeder Einzelne... die Berge versetzt, sondern genau was du sagst.
00:31:17: In seinem Wirkungsbereich in seinem Alltag zu sagen da gebe ich mir Mühe ist schon ein großer Beitrag.
00:31:24: also mein Sohn war bei einer Berufsorientierung für einen Tag umzugucken was der so machen könnte und so das jetzt fertig mit der Schule.
00:31:31: Und dann rief mich danach diejenige an die das gemacht hat und meinte Also ich kann ihnen nicht sagen Was?
00:31:38: Was der jetzt genau werden wird oder so.
00:31:40: aber ich kann ihn sagen Wenn der reinkommt, mit dem ist alles schöner.
00:31:45: Und dann dachte ich so ... Das war ja überhaupt nicht das Ergebnis, was ich irgendwie dachte, was sie mir gesagt hat.
00:31:52: Ich dachte jetzt, der muss Betriebswirtschaft studieren oder was weiß ich?
00:31:55: Und da meinte sie so, das kann ich nach einem Tag sagen... wenn der irgendwo reinkompt, dann ist es Leben der Menschen in diesem Raum sind schöner!
00:32:02: Passt schön,
00:32:03: oder?!
00:32:04: Ach, und ich erzähle natürlich erstens als stolze Mutter.
00:32:07: aber auch Der ist weder einer gemeinnützigen Initiative beigetreten, noch arbeitet der in Hospiz.
00:32:14: Noch macht er irgendwas was man normalerweise Verantwortung nennt aber der führt offensichtlich laut dieser dieser zumindest Therapeuten dazu dass der Raum irgendwie so ein bisschen wärmer wird wenn er reinkommt.
00:32:26: und bis das nicht auch schon ihrer Beitrag so also ich will sagen wir können die Latte auch alle mal ein bisschen tiefer hängen weil wir Weil wir alle da irgendwie versuchen, es gut möglich zu machen und durch den Tag gut durchzukommen.
00:32:39: Und dann ist es auch schon was freundlich guten Morgen zu sagen so selbstverständlich wie das klingt.
00:32:46: Das hätte ich auch gern gehört.
00:32:47: Und schön noch dass die Frau das so gesagt hat und dass sie denkt, das ist ein großer Wert.
00:32:53: Ja?
00:32:54: Das finde ich toll!
00:32:55: Wir beiden bist das selber wenn man immer andere Leute motivieren soll oder macht oder tut Das kostet ja einem selber unfassbar viel Energie.
00:33:02: Weil das klingt dir immer leicht, wenn man reden hält oder motiviert.
00:33:06: Ich glaube, wenn mal Innovationen beginnt mit Empathie und wenn man Empathies hat für Gesellschaften, für Unternehmen dann kostet ein das Kraft, weil man es sehr erfüllen muss.
00:33:14: Es ist so unsichtbar aber mit Menschen zu sprechen sich wirklich auf sie einzulassen.
00:33:19: Wenn ich gestern ... Ich hatte gestern Abend eine große Lesung.
00:33:21: Ja, da waren fünfhundert Leute und dann fragen die danach... Das kostete einem Energie!
00:33:27: Man denkt ja immer, man sitzt da und redet nur Man geht raus und man hat den Saal gefühlt.
00:33:33: Man will, dass die Menschen rausgehen und denken ... Das war ein schöner Abend mit Stefan!
00:33:37: Dann gibt man sich Mühe.
00:33:38: Aber man unterschätzt wie viel Energie einem das kostet, empathisch zu sein, diesen Saal zu erfüllen?
00:33:44: Zu denken, wie krieg ich es gut hin heute Abend?
00:33:47: Es sieht leicht aus, man sitzt da trinken Wasser und quatscht.
00:33:51: Also mich kostet das Energie.
00:33:54: Ja, es kostet Energie und ich hab ganz häufig dieses Bild Alles, was ich hab in so einem Raum gelassen haben.
00:34:01: Und alle sind total erleuchtet und inspiriert.
00:34:04: Ich geh wie so ein ... irgendwie Luftballon aus dem die Luft raus ist nach Hause?
00:34:10: Kenne ich genauso.
00:34:10: Ich sag mal das Bild, ich fühl mich dann sowieso eine Tüte, die der Wind die Straße runter gibt.
00:34:15: Ich gehe so hoch und
00:34:16: fall wieder runter.
00:34:17: Es
00:34:17: ist alles raus!
00:34:19: Und man denkt so ob
00:34:20: die vielleicht haben Menschen was ganz Tolles mitgenommen aber du selber bist ganz erschöpft
00:34:26: Und das muss man eben sehen, dass man das nur so und so oft machen kann.
00:34:32: Dass man seiner Verantwortung trotzdem gerecht wird, wenn man dann auch mal wieder auf sich selber aufpasst.
00:34:36: Weil sonst hat keiner was davon.
00:34:38: Deswegen zum Abschluss von diesem schönen Gespräch, Stefan!
00:34:41: Du hast über den letzten Sommer geschrieben ... Das macht es ja auch plakativ.
00:34:46: Man denkt ja so, hä?
00:34:47: Wir haben doch nicht noch die letzten Sommer.
00:34:49: Dann denkt man gut ich bin siebenvierzig, vielleicht habe ich ein paar mehr aber ist jetzt auch nicht so absurd.
00:34:55: Deswegen, was machst du nächsten Sommer?
00:34:58: Also ... mein Sohn macht Abitur.
00:35:02: Ja jetzt wie und wie glaube ich?
00:35:04: Berufsberatung wie deiner jetzt?
00:35:06: Und ich glaub, also ich mach viel.
00:35:07: aber ich glaube, ich möchte etwas mit meinem Sohn noch mal machen auf jeden Fall jetzt so sagen weil ich glaube es gibt ja im Leben... Ich glaube an den Alltag erinnert man sich ja nicht Aber an diese Übergänge wenn irgendwas anders wird dann ich glaube daran erinnerte man sich und da gebe ich mir jetzt viel Mühe dass ich die in Erinnerung balte.
00:35:27: Ich schätze mir, den wird ja irgendwann ausziehen und ich glaube, ich mache nochmal mit ihm was alleine meine Frau auch das ich denke wir haben diesen Übergang ergeht nach dem Abitur weg.
00:35:37: da möchte ich noch mal etwas mit ihm machen.
00:35:39: Ja, ich glaube ich möchte ein Bild haben wo ich sage wir stehen irgendwo.
00:35:43: Die waren jetzt...ich glaub wir fahren nach Neapel und trinken einfach elf Espresso am Tag Und ich denke, wir haben diesen ... mindestens.
00:35:50: Das ist nur wieder Konzentration.
00:35:52: Danach können noch ganz viele Reisen machen.
00:35:54: Aber das ist die Übergangsreise von uns beiden.
00:35:58: Ich lass ihn los und er bricht auf.
00:36:01: Und ich glaube, dass mache ich diesen Sommer.
00:36:03: Das Wichtigste für mich, dass ich mit ihm das mache.
00:36:06: Danke Stefan!
00:36:07: Was für ein schönes Gespräch.
00:36:09: da war viel drin.
00:36:11: Ja, bist ein richtig feiner Kerl.
00:36:14: Bist auch so'n Mensch!
00:36:16: Da wird der Raum schöner wenn du da bist.
00:36:18: Also vielen Dank dass du da warst.
00:36:21: Ich danke euch beiden weil ihr macht das ja und es kostet ja auch Energie wie wir gerade besprochen haben.
00:36:26: und trotzdem tut ihr's.
00:36:27: Das ist doch schön.
00:36:28: Und wenn mir jetzt andere Menschen was mitgegeben haben was sie nur für eine Sekunde denken das war jetzt nicht ganz blöd Dann is es doch schon viel.
00:36:35: also Danke euch
00:36:37: Danke dir.
00:36:43: Dieser Podcast wird produziert von Portstars bei OMR.
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